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Design-Bikes aus der Unterwelt , von Reto Hügli Design-Bikes aus der Unterwelt

Hergestellt werden sie in einem Keller im Gewerbegebiet des Berner Wylerquartiers: Wenn Alberto Fernandez‘ individuell zusammengebaute Fahrräder später auf den Strassen unterwegs sind, stellen sie einen Blickfang dar. 

Wie kam Fernandez zu seiner Geschäftsidee? Das Schlüsselerlebnis hatte er in Amsterdam: Die niederländische Metropole ist eine ideale Velostadt, da kaum Höhenunterschiede zu überwinden sind. «Die Stadt pulsiert und lebt, nicht zuletzt wegen den Velofahrern» erzählt er. In seinem damaligen Marketing-Job kam er mit massgeschneiderten Produkten in Kontakt, die Kunden mit einem Online-Konfigurator selber zusammenstellen können. Diese Idee wollte er auf Velos übertragen. Alberto Fernandez begann sich intensiv mit Materialien, Bestandteilen und Konstruktionen auseinanderzusetzen.

Auf seiner Website kann man sich seinen «Drahtesel» konfigurieren und bestellen. Der Eingänger als Grundmodell ist ab 650 Franken zu haben. Lenker, Gabeln, Sattel, Reifen, Felgen, Pedale und vieles mehr können individuell zusammengestellt werden – je nach Budget. Auch Ausgefallenes kann bestellt werden: So etwa das in Griechenland von Hand hergestellte Holzkistchen, die als Gepäckboxen dienen. Oder die Lenker aus kanadischem Nussbaum. Damit unterscheiden sich seine Velos markant von den Modellen der Grossverteiler. Einen beachtlichen Teil des Zubehörs bezieht Alberto Fernandez aber bei Schweizer Grossisten. Vier bis sechs Stunden Arbeit stecken in einem Fahrrad. Die Schrauben werden gefettet, Bremsen eingestellt und die Kette passend gespannt. 

Alberto Fernandez hat viel Zeit und Geld in den Online-Konfigurator auf der Website gesteckt. Überfordert die Vielzahl der Möglichkeiten seine Kunden nicht? «Damit kann ich mir ein teures Ladenlokal sparen» argumentiert er. Viele kämen aber oft auch direkt in seine Werkstatt, um sich über Farben und Formen zu informieren oder das bestellte Rad abzuholen. Fernandez ist es wichtig, eine Brücke zwischen Web-Shop und Werkstatt zu schlagen. Das schaffe einen persönlichen Kontakt: «Ich will kein anonymer Online-Shop sein» betont er.

www.designyourbike.ch

Tauschen statt kaufen , von Reto Hügli Tauschen statt kaufen

Viele von euch kennen das Problem: Die eigene DVD- und CD-Sammlung wächst in den Himmel! Natürlich hat sich mit der Zeit auch der eine oder andere Fehlkauf eingeschlichen oder der Musikgeschmack hat sich verändert. Was tun mit den Silberscheiben, die man nicht mehr braucht oder will?

Eine Lösung heisst Exsila. Das ist eine Tauschbörse für CD, DVD, Blu-Ray, Bücher und vieles mehr. Für jeden «verkauften» Artikel erhält man Punkte, die man für andere Käufe auf der Online-Plattform wieder ausgeben kann. Der Wert dieser Punkte ist nicht fest definiert ist. Jeder kann selber entscheiden, für welchen Punktebetrag er oder sie einen Artikel anbieten will. Die Versandkosten für bestellte Artikel übernimmt jeweils der Verkäufer. Diese Regelung schafft ein Gleichgewicht – wenn man Artikel kauft ist das Porto bereits inbegriffen.

Und es funktioniert: Dank eines Bewertungssystem werden zuverlässige «Exsilaner» belohnt, schwarze Schafe (von denen es fast keine gibt) rasch entdeckt. Sollte es mal zu einem Missverständnis kommen, hilft das Exsila-Team rasch und unkompliziert.

Den Service und die Benutzung der Plattform finanziert Exsila über eine Gebühr, die der Community verrechnet wird – im Gegensatz zu Kontoführungsgebühren von Banken sind diese aber sehr human.

Ich bin seit Jahren Exsilaner und bin schon Artikel «losgeworden», bei denen ich nie mit einem Verkauf gerechnet hatte. Umgekehrt habe ich schon die eine oder andere Trouvaille im grossen Angebot entdeckt – beispielsweise ein längst vergriffenes Album von Udo Lindenberg. Falls ihr immer noch unsicher seid, ob sich das lohnt: Wer sich neu bei Exsila anmeldet, erhält als Willkommensgeschenk einen Artikel im Wert von 50 Punkten.

www.exsila.ch und als App für iOS und Android

Kapsel-Kunst , von Stefan Hugi Kapsel-Kunst

Nespresso-Kapseln, einmal gebraucht, landen in der Regel im Müll oder - mit Vorteil - in der Recycling-Sammelstelle. Eine besondere Form der Wiederverwertung hat sich Isabelle Walser aus Bern überlegt: Sie fertigt daraus Deko und Kunst.

Die Idee dazu hatte sie beim Kaffee mit ein paar Nachbarinnen. Seither sammelt sie benutzte Kapseln in möglichst vielen verschiedenen Farben, schneidet die Deckel weg, leert den Kaffee in den Kompost und wäscht sie aus. Danach lässt sie die Alu-Hüllen entweder in ihrer ursprünglichen Form und bastelt daraus zum Beispiel Lichterketten, Weihnachtskränzli oder Töggeli. Oder sie lässt die Kapseln von den kleinen Nachbarskindern mit einem Gummihammer flach hauen - für diese übrigens ein Heidenspass - und gestaltet damit Bilder oder verziert Töpfe, Vasen und Büchsen.

Mittlerweile bekommt sie die gebrauchten Kapseln säckeweise aus der Nachbarschaft geliefert. Man muss also kein Kaffee-Junkie sein und auch nicht in fremden Containern rumwühlen, um diesem Hobby zu frönen.

Isabelle Walser zeigt und verkauft ihre Werke am 19. November von 10 bis 17 Uhr am Weihnachtsmärit in Rapperswil BE. Und stellt sie vom 18. bis 21. November an der Weihnachtsausstellung von Monika Schaedeli in Münsingen aus.

www.farbig.be

Universum Scherler , von Regula Keller Universum Scherler

Marius Scherler, Winterthurer und Wahlberner, Architekt und Genussmensch, malt und konzipiert seit vielen Jahren eigenständige und charaktervolle Bilder. Die oft wiederkehrenden Sujets und Ideen entnimmt er grösstenteils seinen Leidenschaften und seinem Umfeld. So entdeckt man Berner Altstadthäuser, Penne und alte Telefonmasten. Seine erste öffentliche Ausstellung mit ungefähr dreissig Werken findet noch bis am 23. Dezember 2016 im Restaurant zum Schloss statt. 

www.zum-schloss.ch

Buena nueva für (Heimweh-) Spanier , von Maja Boss Buena nueva für (Heimweh-) Spanier

Valérie Hug ist eine Frau der Tat. Zielstrebig verwirklichte sie sich diesen Sommer ihren Traum: Anfang Juli eröffnete sie in Biel den spanischen Feinkostladen la terreta (wörtlich „ein Stück Heimat“): erlesene Zutaten für Tapas & Paella, Olivenöl, Sangria, typisch spanische Süssigkeiten... einfach alles was das (spanische) Herz begehrt!

Und nicht nur das: Valérie integrierte ein zweites Herzensprojekt kurzerhand in ihren Laden. Zukünftig sollen kreative Abende stattfinden: Interessierte können Geschirr und Geschenke aus Keramik bemalen - umrahmt von ein paar Tapas fürs kulinarische Wohl -, neue Leute kennenlernen und gleichzeitig ihre Kreativität fördern.

La terreta, G.F.-Heilmann-Strasse 49, 2502 Biel/Bienne, www.terreta.ch

Gemahlene Vielfalt , von Maja Boss Gemahlene Vielfalt

Wer vor lauter Korn das Mehl nicht mehr sieht, ist unter Umständen im Mühlistübli in Steffisburg gelandet. Ich, wo gerne backe, geniesse und auf Regionalität setze, habe den Laden erst vor kurzem das erste Mal besucht und mich etwas geärgert, dass ich das kleine Eldorado nicht schon lange entdeckt habe. Über 50 Mehlsorten aus Getreide von Bauern aus der Region und alle frei von Zusatzstoffen füllen die Regale des Stüblis. Überfordert bei der Auswahl ist man aber nicht: Auf die gute Beratung von den Mehlprofis können insbesondere auch Allergiker zählen.

Das Mühlistübli bietet zudem eine Vielzahl an ausgewählten Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, vieles in Bioqualität und vieles aus der Region... Seit meiner Entdeckung radle ich regelmässig ins benachbarte Steffisburg, das macht mich fit und mein Brot und meine Pizzen noch besser! 

Und nicht zu vergessen sind Strättligen, Faulensee, Hohgant und die Zulg. Nein, Landkarten gibt es im Mühlistübli nicht zu kaufen, dafür kommen Bierliebhaber mit Raritäten u.a. aus den oben genannten Destinationen auf ihre Rechnung. Denn schliesslich ist auch Gerste ein Getreide.

www.muehlistuebli.ch, Mühlistübli, Unterdorfstrasse 23, 3612 Steffisburg

Tierisch , von Sarah Galatioto Tierisch

Höchste kulinarische Bio-Köstlichkeiten für unsere treuen, vierbeinigen Begleiter. Wer ein Haustier hat, der weiss, wie gross und umfangreich unterdessen das Angebot an Tiernahrung ist. Daraus das Beste auszuwählen, ist nicht immer einfach. Gerade wenn einem das Tierwohl am Herzen liegt. Bei ALEX Produkten in Ittigen wird man fündig. Die Hunde- und Katzenprodukte werden wöchentlich frisch und von Hand hergestellt. Ohne Lock- und Konservierungsstoffe, manuell frisch hergestelltes Alleinfutter- und Ergänzungsfuttermittel für alle Hunde/Katzen aller Rassen jeden Alters - das ist einmalig und zeichnet diese regionalen Bernertierfutterprodukte aus.

www.alexprodukte.ch

Tonträger-Paradies , von Stefan Hugi Tonträger-Paradies

Musik hört man heute online. Oder man lädt sich die gewünschten Tracks von legalen oder illegalen Portalen runter. Wer davon nicht viel hält, kauft sich Musik auf Tonträger. Und zwar im Laden. Zum Beispiel auch Second-hand. In Bern am besten im Oldies Shop.

Das Geschäft ist bis unter die Decke vollgestopft mit abertausenden von Schallplatten (PS: Das sind die grossen, schwarzen Scheiben mit dem kleinen Loch in der Mitte, die man auf einem Plattenspieler abspielt) und CDs (PS: Das sind die kleinen, silbernen Scheiben mit dem grossen Loch in der Mitte, die man in einen CD-Player schiebt). Man findet alles, was das Musik-Herz begehrt: von Doo Wop bis Heavy Metal, von gestern bis heute, von beliebig bis rar. Alles phänomenal gut sortiert. Und das seit über 30 Jahren. Das isch öppe no Musig!

Oldies Shop, Effingerstrasse 4, Bern, www.oldiesshop.ch

Rip bedeutet nicht immer rest in peace... , von Marlis Nattiel Rip bedeutet nicht immer rest in peace...

Eine überdurchschnittliche Körpergrösse hat einige Vorteile. In der Masse hat man den Überblick. In der Regel erreicht man auch die Lebensmittel auf den obersten Regalen. Dafür ist es dann mit den Konfektionsgrössen schwierig. Einteilige Badeanzüge? Unmöglich. 

Nun habe ich mir schon lange (lange) einen klassischen Einteiler, marineblau, gewünscht. Der Wunsch hatte schon fast bucket-list-Status. Dank einem Zeitungsartikel bin ich dann auf Kathy Brunners Atelier, rip307, gestossen.  

Der Name rip (reissen) ist ein Begriff im Wasserspringen und bezieht sich auf das spritzerlose Eintauchen ins Wasser. Kathy war früher Wasserspringerin - und wie sie mir erzählt hat, ist ein rip entry ein Muss für jeden guten Springer. Bei technisch sauberer Ausführung entsteht ein Geräusch, das wie das Reissen eines Stoffes oder Papiers klingt. 307 ist eine Nummer für einen Sprung: 3½ Auerbachsalto. 

Eigentlich entwirft und fertigt Kathy für richtige Schwimmerinnen und Schwimmer und am liebsten für Wasserspringer – sie ist dieses Jahr die Sponsorin der Nationalmannschaft Wasserspringen. 

Aber sie näht eben auch nach Mass für Leute wie mich, die sich ab und zu die Aare hinuntertreiben lassen oder in einem See ein paar Runden drehen. Nun bekomme ich einen marineblauen Einteiler, der perfekt passt.

www.rip307.ch

Papier wie vor hundert Jahren , von Marlis Nattiel Papier wie vor hundert Jahren

Vera Dauchers Laden befindet sich schräg vis-à-vis vom „Parterre“ in der Länggasse und strahlt eine ausgeschlafene Ruhe aus, die von einem Cognac-farbenen Kater mit grosser Gelassenheit gehütet wird. 

Vera verkauft Papier. Es sind besonders schöne Notizbücher, Stifte, Schreibpapiere...   

Mir haben es aber vor allem die grossen Bögen angetan: Ich benutze sie als Geschenkpapier, um Notizhefte einzufassen und ab und zu bringe ich einen Bogen als Mitbringsel, so schön sind diese Papiere.

Daucher Papeterie, Hallerstrasse 2, Bern / www.facebook.com/DaucherPapeterie