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Müssen Eisbären weinen? , von Stefan Hugi Müssen Eisbären weinen?

Ron Pope. Jahrgang 1983. Singer/Songwriter aus den USA. Kommt auf die Bühne und erzählt. Davon, dass es an diesem Januarabend in Zürich zwar kalt sei, aber nicht schneie. Was doch irgendwie komisch sei. Dann erzählt er von Eisbären. Immer wieder. Das seien arme Tiere. Er möge Eisbären und würde eigentlich gerne einen kaufen. Später erläutert er, dass es Keyboards gebe, die vermutlich hergestellt würden, um Space Shuttles zu steuern, aber sicher nicht, um einfach ein Klavier zu sein.

Und ja, er macht Musik. Musik, die berührt. Die wunderschön ist, die einem in Melancholie schwelgen lässt, die Freude bereitet. Es gelingt ihm, das Publikum so zu fesseln, dass es während des ganzen Konzerts mucksmäuschenstill bleibt. Und er ist sich nicht zu schade, mitten im Lied den Tontechniker um Hilfe zu bitten, weil er sein störrisches – für diesen Abend ausgeliehenes – Keyboard nicht zähmen kann. Das ist erfrischend. Ein ehrlicher Mann, der ehrliche Musik macht.

Ron Pope auf Tournee, auf You Tube oder auf iTunes (Foto: www.ronpopemusic.com).

Von hier nach überall , von Karin Müller Von hier nach überall

Ziellos im nasskalten St. Gallen auf Nahrungssuche, geriet die Schreibende völlig zufällig in den Genuss des besten Vegiburgers, den sie je gegessen hat: Kartoffeln-Karotten-Rösti-Burger mit Rotkraut, Marronichutney und Raclettekäse im Leinsamenbrot. Göttlich - anscheinend auch die Fleischvariante!

Aus lokalen, biologisch angebauten Produkten gemacht sind diese Köstlichkeiten in der STICKEREI CAFÉ BAR RESTAURANT in sehr schönem Ambiete zu geniessen. Das Lokal ist stilsicher aber doch gemütlich mit kleinen und grossen Holztischen und einer Sofaecke eingerichtet und mit auffallend schönen Lampen perfekt ausgeleuchtet. Das Herzstück des Raumes bildet die Bar, an der bestellt wird.

Die Auswahl ist klein, aber fein. Es gibt jeweils ein Wochen- und ein Tagesmenu in Fleisch- und Vegivariante, Suppe und Salat. Die Speisen können auch im Take-away-Behälter mitgenommen werden (inklusive eines Biosirups) ganz nach dem Motto: von hier nach überall. Und diese Burger sind so gut, dass man sie sich überall hin wünscht.

STICKEREI CAFÉ BAR RESTAURANT, OBERER GRABEN 44, 9000 ST.GALLEN, www.stickerei.sg

Metzger sein ist nicht einfach. , von Patrick Zinsli Metzger sein ist nicht einfach.

Metzger sein ist nicht einfach. Er tötet Tiere schneidet sie blutig entzwei und hantiert mit Eingeweiden und Köpfen. In der heutigen Zeit, wo viele das Fleisch nur perfekt vakuumiert vom Supermarkt kennen, hat es dieser Berufstand nicht leicht. Und nicht nur darum findet man gute Metzgereien selten. Die meisten Metzger können zwar Fleisch vom Knochen trennen aber es fehlt ihnen das kulinarische Gespür um gute Fleischwaren herzustellen. Eine Ausnahme bildet die Metzgerei Genossenschaft im kleinen Safiental im Bündnerland. Der einheimische Metzger Stefan Buchli schlachtet hauptsächlich Tiere aus der Region. Das bedeutet kurze Anfahrtswege was wiederum bedeutet, dass die Tiere vor der Schlachtung weniger Stress verspüren. Das Fleisch verarbeitet er, je nach Wunsch, zu allen ermöglichen Fleischformen. Was man unbedingt probieren sollte sind die Wurstwaren und das Trockenfleisch. Denn genau in diesen Formen des Fleisches zeigt sich, ob ein Metzger sein Handwerk versteht. Ist doch eine gute Cervelat nicht nur die Summe aus einem Darm aus Argentinien und anderen Eingeweiden von einem Tier, es ist viel mehr eine filigrane Kombination von verschiedenen Fleischstücken, Gewürzen und anderen Zutaten. Stefan Buchli gelingt diese Kombination vorzüglich. Bestellungen nimmt er gerne per Telefon entgegen. Denn sein Handwerk ist die Fleischverarbeitung, nicht das Programmieren von Webseiten.

Telefon: 081 630 60 65

Frankofoner Genuss in der Mittelostschweiz , von Reto Hügli Frankofoner Genuss in der Mittelostschweiz

Die Mischung beginnt beim Namen: Grepery. Das Restaurant liegt eingeklemmt zwischen der lauten Technikumstrasse und der Steinberggasse, im Herzen der Winterthurer Altstadt. Hohe, dunkle Tische, alte Mauern, nostalgische Beleuchtung sorgen zusammen mit der aufmerksamen Bedienung und der grossen Auswahl an Crêpes für eine gemütliche Stimmung. Im Sommer lockt die begrünte Hofterrasse.

Die Grepery hat sich nicht nur kulinarischen Höhenflügen – wie Crêpes mit Feigen – sondern auch der Nachhaltigkeit verschrieben: People, planet, profit lautet das Credo. Den Gästen steht auf der Website eine Community-Rubrik zur Verfügung. Falls mal die charmante Begleitung fehlt...

Grepery, Technikumstrasse 66/Steinberggasse 59, 8400 Winterthur, www.grepery.ch

Schlemmen in der Thuner Altstadt , von Michel Gygax Schlemmen in der Thuner Altstadt

Knusprig gegartes Mistkratzerli mit einem Hauch von Rosmarin, begleitet von hausgemachten Spätzli und vorweg eine schlicht perfekte Bohnencrèmesuppe. Dazu ein kräftiger Rotwein von Markus Schneider aus der Pfalz. Mehr brauch ich nicht um einen Abend lang glücklich zu sein! Im liebevoll und sanft renovierten Restaurant Schwert in Thun war ich das.

Die Weinkarte besteht aus ausgewählten Tropfen aus deutschsprachigen Ländern. Die Speisen sind frisch, hausgemacht, schnörkellos und richtig fein. Die Grundprokukte werden möglichst natürlich zubereitet und nicht überwürzt. Zu sehr fairen Preisen. In sehr stilvollem und klassischem Wirtshaus-Ambiente. Und wer will kann gleich in den wunderbaren hauseigenen Zimmern übernachten.

Schwert Thun, untere Hauptgasse 8, 3600 Thun, www.schwert-thun.ch

Alles hausgemacht! , von Michel Gygax Alles hausgemacht!

Im Hirschen Erlenbach isst man Hausgemachtes aus vorwiegend biologischen Produkten. Die Küche ist klassisch, schnörkellos, ehrlich und saisonal. Das Kulturprogramm, das sie nebenbei noch auf die Beine stellen, ist vielfälltig und farbig. Res Dubach und Ruth Gafner wirten seit ungefähr 30 Jahren unmittelbar bei der Seilbahnstation zum Stockhorn. Mit Lust und Leidenschaft. Und sehr persönlich.

Ruth Gafner ist für die liebevolle Einrichtung verantwortlich und kümmert sich mit herzlicher Aufmerksamkeit um die Gäste. Neben ihrer grossen Erfahrung und Fachkompetenz fällt sie auch gerne mit erfrischend direkten politischen Randbemerkungen auf.

Res Dubach, der Koch, hält sich gerne im Hintergrund - sprich in der Küche - auf. Zum Glück. Denn, was die Küche auf Tellern verlässt, schmeckt schlicht und grossartig. Ich freue mich schon wieder auf den nächsten Besuch im urbansten Platz des Simmentals.

Restaurant Hirschen, Kleindorf, 3762 Erlenbach im Simmental/BE, www.hirschen-erlenbach.ch www.hirsch-ku.ch

 

Gordomblö (I) , von Adrian Garbely Gordomblö (I)

Auf der Suche nach dem sonntäglichen Cordon-Bleu kann man in Langendorf landen. Das liegt bei Solothurn einfach geradeaus.

Sonniges Herbstwetter am Wochenende mögen wir, und wenn man etwas antizyklisch erst nach dem Zmittag auf den Berg seiner Wahl fährt, kann man die heftigen Warteschlangen ganz gut umgehen bzw. -fahren. So sollte also nach vielen Jahren diesseits des Lötschbergs dieser Weissenstein doch auch noch erklommen werden.

Davor führte uns der Weg vorbei am Gasthof «National». Zufahrt und Parkieren sind wegen Strassenarbeiten grad etwas umständlich, aber im Obergeschoss sang die Familienfeier gerade "Lustig ist das Zigeunerleben" und in der überaus urchigen, nicht minder sympathischen und v.a. gut gefüllten Gaststube wurde uns das Cordon-Bleu des Jahres serviert: Gefüllt mit Wildschweinschinken und Vieille-Prune-Brie, serviert mit Pommes Frites und Zwetschgenkompott. Hinfahrbefehl!

Gasthof National, Weissensteinstrasse 28, 4513 Langendorf, www.gasthof-national.ch 032 623 32 26

Madame Pêle-Mêle - so süss kann Süsses sein , von Sophie Frei Madame Pêle-Mêle - so süss kann Süsses sein

Lust eine süsse Gaumenfreude zu verschenken? Dich und deine Liebsten mit einer caramelisierten Mandeltorte oder süss-sauren Zitronenkügelchen an einem grauen Wintertag zu entzücken?

Madame Pêle-Mêle verwirklicht diese süssen Freuden: Mit viel Leidenschaft und aus feinsten Zutaten bereitet sie ihre süss anmutenden Köstlichkeiten zu und bringt diese im Abonnement, auf Bestellung und ab Dezember in ausgewählten Cafés zu dir "Que la vie nous soit douce !"

http://www.madamepelemele.ch/

Ins Bild setzen , von Sarah King Ins Bild setzen

Raoul Ris hält inne. "Ich rede zu viel." Weil er sagt, was man mit einem Bild machen kann: "Nicht beschreiben, was man sieht. In das Bild hineingehen und schauen, was es auslöst." Seine Bilder klingen die Bern-Saiten im Betrachter an. Versonnene Aare-Spaziergänge im Abendlicht, regennasse Füsse, einen Mix von frischgemähter Marzili-Wiese, Sonnencrème und Schweiss in der Nase, mitten in der Stadt einen letzten Parkplatz in der blauen Zone erwischen (wo sind die blauen Zonen?) – das hört, riecht und fühlt man, wenn man sich gedanklich in diese Bilder setzt. Und manche träumen womöglich beim Betrachten "vom Gehen über Wasser." So heisst Raoul Ris’ nächste Ausstellung, die am 24./25. November von 11-17 Uhr im Forum Altenberg Bern stattfindet. 35 Bilder vom Leben in Bern. Diese hingegen "reden" viel.

www.dachsart.ch

Ein Ort der Ruhe und Einkehr , von Pascal Sennhauser Ein Ort der Ruhe und Einkehr

Nein, keine Klosteranlage. Kein Kirchengarten. Und auch kein Friedhofschmuck. Sondern "La Traversina", ein märchenhaft-verwunschenes Anwesen mitten in den Wäldern des piemontesischen Ostens (Provinz Alessandria). Seit knapp 300 Jahren in gleichem Familienbesitz, wird es heute von Rosanna und Domenico mit viel Liebe gehegt und gepflegt und bietet Gästen Übernachtungen in schmucken, individuell eingerichteten und mit viel persönlichen Gegenständen ausgestatteten Zimmern und Wohnungen an. Das Gut besteht aus einem Haupthaus mit zwei Räumen, einem Nebenhaus mit zwei Appartements und einem Pavillon, in welchem ein drittes appartemento untergebracht ist. Ein grosser Garten sorgt für zusätzliche idyllisch-romantische Stimmung. 

Eine Übernachtung kostet je nach Saison zwischen 90 und 100 Euro in einem der Zimmer und zwischen 95 und 135 Euro für eine Wohnung. Die Preise schliessen ein köstliches Frühstück mit hausgemachten Zutaten und Beilagen ein. Wer ein Abendessen wünscht, bezahlt einige Euro zusätzlich und wird dafür vom Gastgeberpaar mit einfachen, aber hervorragend zubereiteten regionalen Spezialitäten verköstigt und von einem jungen, zur Hausgemeinschaft gehörenden nepalesischen Ehepaar betreut. Getafelt wird am langen, rustikalen Holztisch im Gemeinschaftsraum. Interessante Gespräche mit Tischnachbarn aus aller Welt garantiert!

Wer ins Piemont reist, um leckere Weine zu entdecken und sich von den berühmten kulinarischen Hochgenüssen inspirieren zu lassen, sollte eine Übernachtungsmöglichkeit in den Regionen Langhe oder Roero ins Auge fassen - zu weit weg liegt die Provinz Alessandria von den bekannten Weinanbaugebieten entfernt. Wer aber allergrösste Entspannung und umfassende Erholung sucht, liegt mit "La Traversina" absolut richtig!  

Agriturismo "La Traversina", 15060 Stazzano, Piemont, Italien, www.latraversina.com