kggastro facebook rss
Lamawurst aus Mamishaus , von Sarah Galatioto Lamawurst aus Mamishaus

Aromatisch, gute gelagert und bekömmlich geräuchert – so umspielt die Lamawurst den verwöhnten Gaumen. Das Fleisch der Lamas zeichnet sich durch eine dunkelrote Farbe, eine feine Faserung und einen herausragend geringen Cholesterin- und Fettgehalt aus. Geschmacklich ähnelt es dem von Kalb oder Wild.

Bereits 7000-5000 Jahre v. Chr. wurden die Wildformen Guanako und Vikunja jagdlich genutzt. Die Indios des südamerikanischen Andengebirges domestizierten die Wildformen der Neuweltkameliden. Aus dem Guanako züchteten sie gezielt grossrahmige, robuste und willige Lamas, die als Fleischlieferant und als Lastenträger genutzt wurden. Bei entsprechendem Training können sie eine Last von bis zu 20% ihres Körpergewichtes tragen. Als Grundfutter bekommen die Lamas aus der Region Schwarzenburg neben Gras auch Heu und Silage, die noch durch Mineralstoffe ergänzt wird.

Robert Gartner aus Mamishaus liefert diese Köstlichkeiten, die immer rasanten Absatz finden.

‚Bim Nachbar’ in Köniz , von Urs Hoschi Hostettler ‚Bim Nachbar’ in Köniz

Aufmerksam gemacht worden bin ich über eine Einladung eines Biersommeliers, wo ich ein Bild der schönen Bar gesehen habe. Wie es der Zufall so wollte, durfte ich kurz darauf bei Freunden einspringen, die ‚Bim Nachbar’ eine Reservation hatten. Die Überraschung war gross, dass es zwar nicht wirklich zum Nachbarn von diesen Freunden ging, sondern ins Lokal ‚Bim Nachbar’ und erst recht, dass man nebst einer vielfältigen Bierauswahl – besonders angetan hat es mir als Radfahrer das Kurbelbier aus Oberbottigen – auf einer kleinen Karte auch gegen den grösseren Hunger etwas unternehmen konnte.

Die zweistöckige Apéro-Platte war mit verschiedenen Käsesorten aus der Region und mit gutem Fleisch vom Fachgeschäft aus der Nachbarstadt belegt, die holländischen Speisen von der Mutter des Betreibers direkt aus dem sympathischen Nordseeland importiert und der Hamburger nicht etwa aus dem Tiefkühler des direkten Nachbarn – der mit dem gelben M – und sowie alle Speisen frisch zubereitet. Wie sich im Gespräch mit den Wirtsleuten später herausgestellt hat, legt der Fleischlieferant nicht nur Wert darauf, beste Qualität zu liefern, sondern zeigt auch, wie man z.B. das bei unserem Besuch saisonale ‚Vitello Tonnato’ fachgerecht zubereitet.

Überzeugt hat die frische Küche alle Mitessenden, auch die zwei Kinder, denen ein einfacher Kinderteller mit den kindertypischen Gerichten mit genau derselben Sorgfalt zubereitet und gereicht worden ist. Letztendlich fühlten sich alle wirklich ein bisschen wie ‚Bim Nachbar’, denn Essen und Trinken war ehrlich und gradlinig und die Geselligkeit mit andern Gästen war eben auch ‚nachbarschaftlich’.

Wo das Piemont in Bern liegt , von Nina Hübner Wo das Piemont in Bern liegt

Die Berner Rathausgasse beherbergt viele kulinarische Perlen. Eine ist ohne Zweifel das Tredici – Küche und Wein. Das sympathische Kellerlokal lädt zu Gaumenreisen ins Piemont ein – Abstecher in andere italienische Regionen inklusive.

Julia Gurtner schwingt den Kochlöffel, klopft Fleisch und manchmal auch flotte Sprüche. Das Menü wechselt alle paar Wochen und kann mit einem Käsegang und Dessert veredelt werden. Ihre Produkte bezieht Julia, wenn immer möglich, aus der Region. Und natürlich dürfen zu den erlesenen Speisen die passenden Tropfen nicht fehlen: Es stehen grösstenteils Weine aus Italien, Deutschland und der Schweiz zur Auswahl. Und wer sich nicht entscheiden kann, ist gut beraten, den Empfehlungen des Hauses zu folgen.

Das Ambiente ist ungezwungen, Gespräche und Musik erfüllen das Lokal und im Frühsommer lockt die Terrasse zum Apéro und Dinieren. Überhaupt fühlt man sich im Tredici wie bei Freunden daheim. Zum Glück wechselt das Menü regelmässig, so dass einem weiteren Ausflug nach Italien nichts im Weg steht!

PS: Das Tredici macht jeweils Sommerpause (5. Juli - 31. August 2019). Reservation empfohlen.

Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde , von Urs Hoschi Hostettler Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde

Jeden Montag bis Ende September schafft im Bigotte Verde - an den restlichen Tagen der Woche spezialisiert auf mexikanische Tacos, tequila y mezcal - der Venezolaner Anibal Gamez grossartige Kochkunstwerke. Ab 18.00 Uhr kann man sich an verschiedenen asiatisch inspirierten vegetarischen Kreationen, einem Fisch- oder Fleischgang und einer leckeren Nachspeise auf wunderschön angerichteten Tellern oder Plättchen delektieren. Die Speisen auf seiner monatlich wechselnden Karte sind für das Auge und den Gaumen ein grosser Genuss. Und weil ein wahrer Kochkünstler am Schaffen ist, wird man sicherlich in der Abfolge oder mit einem anderen Gericht als auf der Karte überrascht, denn Anibals Kreativität lässt sich nicht einfach so in den klaren Rahmen einer gedruckten Speisekarte zwingen.

Für unseren Besuch war ein Tisch im gut beschatteten Garten reserviert, bei weniger gutem Wetter findet man im mit mexikanisch inspirierten Wandmalereien üppig dekorierten Lokalinnern einen gut beschallten Platz, denn der Künstler kocht gerne bei hörbarer Musik.

Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde an der Laupenstrasse 57, 3008 Bern

Foto, Film und Kaffee , von Michel Gygax Foto, Film und Kaffee

Seit 2011 setzt der Berner Fabian Schmid Projekte in den Bereichen Fotografie und Video um. Am liebsten fotografiert und beschäftigt er sich mit Genusskultur und Reisen. Die Mehrheit seiner Arbeiten setzt Fabian Schmid heute mit analogen Kameras auf Negativ-Film um, die dann aber zeitgemäss digitalisiert werden. Seine Werke kann man somit online als sorgfältig gedruckte Version erstehen oder digital verwenden. In der digitalen Welt verfolgt er einen eigenständigen Editorial-Stil. Seine Tätigkeit bringt ihn denn auch oft auf Reisen. Letztes Jahr verbrachte er über sechs Monate im Ausland und besuchte dabei über zwanzig Länder.

Dieses Jahr nahm er sich vor, weniger unterwegs zu sein. So hat sich vor kurzer Zeit eine weitere Passion zum Beruf gemacht und mit seinem Bruder in Bern eine Rösterei für Spezialitäten-Kaffee gegründet. Als Drip Roasters beliefern die beiden seit Anfang Jahr Kaffeeliebhaber und Gastronomen. Dabei setzen sie den Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und fairen Handel. Leidenschaft pur!

Dass ein neues Café in Zürichs übersättigtem Kreis 4 Erfolg feiern kann, bedarf entweder intensives Marketing oder überdurchschnittliche Qualität. Zum Glück hat Mirò Letzteres! Erst seit einem Jahr ist das Café an der Brauerstrasse und wäre glatt unter meinem Radar durch, hätte ich den feinen Kaffee nicht am Heiligen Bimbam getrunken. So smooth, dass ich mir natürlich gleich eine Visitenkarte schnappte und ich die Adresse von Mirò fett anstrich.

Egal, dass das Interieur so was von unterkühlt ist, dass man den Schal lieber anbehält. Der Kaffee mundet, die Tische sind riesig und die Schlichtheit des Orts bietet genug optische Ruhe, damit man selber seine Kreativität fliessen lassen kann – ob beim Coffeeworkshop oder, typisch Zürich, hinter dem MacBook. 

Manchmal habe ich Glück und finde sie, die geschichtsträchtigen, versteckten Gässchen aus dem Bilderbuch, wie neulich in Schaffhausen: Die Webergasse, ein Geheimtipp!

Dort heimisch ist bspw. die ausgewiesene Kaffeeexpertin Christa Cotti. Sie kennt ihr Metier, vom Anbau über Ernte und Handel bis zur Röstung der Bohnen im eigenen Keller. Die rohen Bohnen bezieht sie ausschliesslich aus direktem Handel, was den Kaffeebauern, die sie teilweise persönlich kennt, einen fairen Verdienst unter fairen Arbeitsbedingungen ermöglicht. Den herrlich bekömmlichen und perfekt zubereiteten Kaffee trinkt man am besten gleich vor Ort und von Christa persönlich serviert. Gerne nimmt sie sich Zeit für Gespräche und Beratungen, dies macht einen Besuch im „härzigen“ Café Bohnenblühn doppelt lohnenswert und unvergesslich. Wir kommen wieder! 

PS: Öffnungszeiten online beachten (besonders während den Schulferien).

Apéro! , von Michel Gygax Apéro!

Eine Weinbeiz, bei welcher der Name Programm ist: Den wohlverdienten Feierabend mit einem guten Glas Schweizer Wein geniessen. Apéro, so heisst das neue Weinlokal welche seit dem 20. März 2019 im Apfelgold in Bern gastiert. Mit dem Projekt will Sara De Giorgi Schweizer Weinen eine Plattform bieten. Die Vielfalt an verschiedenen Traubensorten, Böden, Klima und entsprechenden Weinstilen ist enorm und die Schweiz hat weintechnisch viel mehr zu bieten, als manch einer denkt. Apéro gibt es jeweils am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 17.00 bis 23.00. Bis auf Widerruf, denn Apéro ist kein Pop Up. Wunderbar! 

Biohof Heimenhaus am Mercato Slow Food in den Vidmarhallen , von Regula Keller Biohof Heimenhaus am Mercato Slow Food in den Vidmarhallen

Ungefähr ein Drittel aller Lebensmittel gehen irgendwo zwischen Feld und Teller verloren und landen schlussendlich im Abfall. Aus diesem Grund wurde Anfang 2016 durch Olga Hänni und Nicole Weisswange aus einer bereits langjährigen Tradition des Biohofs Heimenhaus das Projekt „Ygmachts & So“ ins Leben gerufen.

Ygmachts & So stellt mit seinen upcycling Produkten aus überschüssigen Gemüse und Früchten nicht nur hochwertige Produkte wie Pestos, Chutneys oder Antipasti her - wir wollen auch etwas gegen Foodwaste tun! Ygmachts & So findet ihr vor allem auf auserwählten Märiten rund um Bern. Die Produkte werden aber auch auf dem Rampenverkauf, welcher alle zwei Wochen auf dem Biohof in Kirchlindach stattfindet, angeboten oder können optional zum Gemüseabo dazu gewählt werden.

Am Mercato Slow Food in den Vidmarhallen beim le beizli jeweils am Mittwoch 10.04. / 01.05. / 29.05. / 19.06. von 17 bis 19 Uhr.

Weit mehr als eine Schnapsidee – Zingibaer , von Nina Hübner Weit mehr als eine Schnapsidee – Zingibaer

Geschmacksreigen im Mund, die wohltuende Schärfe des Ingwers wärmt und die Süsse streichelt besänftigend darüber – so der allererster Schluck des handgemachten Ingwer-Likörs Zingibaer. Ein Schluck, der unbedingt wiederholt werden muss! Kathrin Flückiger und Christoph Hubacher ist ein überraschendes Getränk gelungen. Die beiden eingefleischten Länggassler aus Bern legten ihren ersten Zingibaer als Geschenk für die Familie unter den Weihnachtsbaum. Zingibaer vereint, was sie lieben: gute Gesellschaft, feines Essen, ausgefallene Getränke und die Natur.

Was als Weihnachtsaktion begann, ist heute ein organisch stetig wachsendes Geschäft. Kathrin und Christoph produzieren den Likör momentan in drei Geschmacksrichtungen: Original Malum, Sweet Aronia und Hot Malum. Der Brombaer Sirup ist die non-alkoholische Variante. In Zusammenarbeit mit der Berner Confiserie Eichenberger kreierten sie zudem die Zinigbaer-Stängeli.

Zingiber ist der wissenschaftliche Name von Ingwer. Wer das Berner Völkchen kennt, weiss um die Bedeutung des Bären – und so liegt die Herkunft des Namens auf der Hand: Zingibaer! Er kann im Online-Shop bestellt werden und steht in einigen Berner Lokalen zum Verkauf. Sowohl bei Produktion wie Verpackung achten Kathrin und Christoph sehr auf Nachhaltigkeit.

Ihre Inspiration holen sich die beiden bei Gesprächen mit Freunden und Familien, auf Reisen und durch Zufallsmomente. Die Tüftelarbeiten gehen also weiter, sie verraten aber noch nichts Genaueres, ausser: «Es hat sicher wieder mit Ingwer als Basis zu tun!»