kggastro facebook rss
Die Hoffnung stirbt zuletzt , von Stefan Hugi Die Hoffnung stirbt zuletzt

Packende Geschichten schreiben? Diese selber inszenieren? Gemeinsam mit Menschen, mit denen man die Begeisterung für das Theater teilt? Ja, das gibt es. Und das ist gut so. Ein Beispiel sind «The Caretakers» aus Bern. Diese Gruppe pflegt das englischsprachige Amateurtheater und bringt jedes Jahr mindestens ein Stück auf die Bühne.

Zurzeit gibt es gleich zwei Werke im Doppelpack zu sehen: «Coming back to me» und «Let me go» erzählen von Menschen und ihren Beziehungen. Es geht um das Zusammen- und Alleinsein. Um Hoffnung und Tod. Die Stücke sind mitreissend und faszinierend, aber lasten schwer. Werden wir uns wiedersehen? Was wird morgen sein? Wir wissen es nicht.

The Caretakers, www.thecaretakers.ch, «Coming back to me» & «Let me go» noch am 14. und 15. Juni jeweils um 20.00h im Theater Remise in Bern.

Herzhaft-o-Meter , von Adrian Garbely Herzhaft-o-Meter

Gerade neulich diskutierten wir auf der herz-haft.ch-Redaktion intensiv darüber, woran man denn erkenne, ob etwas «herzhaft» sei oder nicht.

Bei Bars, Beizen und Restaurants befolge ich hierfür eine simple Faustregel: Schau in die Bier-Karte!

Viel zu oft werden ausschliesslich die überaus durchschnittlichen Produkte der beiden grünweissen Grossfirmen angeboten und Regionales übergangen. Dabei herrscht beim Bier keine weniger grosse Auswahl als beim Wein! In aller Herren Länder wird gebraut und für jedeN Guste gibts etwas - egal ob bitter, sauer oder süss. Immer nur 'eine Stange' ist wie jeden Tag Pizza.

Wirten mit adretter Bierauswahl unterstelle ich deshalb grundsätzlich Herzhaftigkeit und komme alben wieder.

Viele verschiedene mit Herzblut gebraute Schweizer Biere gibts übrigens diesen Donners- bis Samstag (25.4. - 27.4.) an den Solothurner Biertagen zu probieren. Santé!

www.biertage.ch

Laurence Anyways , von Sabine Guggisberg Laurence Anyways

Was macht den Menschen jenseits des Geschlechts aus?

Montréal 1989. Laurence und Frédérique sind ein glückliches Paar - 2 Seelenverwandte, welche das Leben und die Liebe in vollen Zügen geniessen. Eines Tages weiht Laurence Frédérique ein, dass er sich schon seit seiner Kindheit nicht wohl im eigenen Körper fühlt und entschlossen ist, fortan als Frau zu leben. Aus seiner Sicht muss eine Liebe auch möglich sein, wenn einer der Partner das Geschlecht wechselt.

Der Film vom erst 24jährigen Kanadier Xavier Dolan geht unter die Haut und fasziniert durch opulente Bilder, ausdrucksstarke Musik und herausragende SchauspielerInnen. Dolan findet einen beeindruckenden Zugang zum Thema Transsexualität ohne diese zu psychologisieren. Sein neuster Film dauert fast 3 Stunden, ist aber keine Sekunde zu lang. Ein Meisterwerk!

"Laurence Anyways" läuft wahrscheinlich nur noch wenige Tage in unseren Berner Kinos.

www.cineman.ch

Schreib mal wieder einen Brief , von Patrik Zeller Schreib mal wieder einen Brief

Handgeschriebenes bleibt etwas Besonderes: Die Verfassenden gönnen sich eine Alltagspause, sammeln sich, schütten ihr Herz aus und füllen nach und nach ein weisses Blatt Papier mit königsblauer Tinte, was fast bei jeder Schrift ein zumindest künstlerisches Bild ergibt. Für die Empfangenden fühlt sich der Brief wie ein anfassbares, authentisches Geschenk mit Einblicken ins Leben lieber Menschen an. Also: Alle Programme schliessen, Computer ausschalten, Papier und Füllfeder hervorzaubern und Briefe schreiben!

 

BLOGGEN VERÄNDERT DIE WELT , von Karin Müller BLOGGEN VERÄNDERT DIE WELT

Wer gelegentlich die neuen Medien und deren Ziel und Zweck hinterfragt, sollte sich unbedingt AIWEIWEI: NEVER SORRY anschauen. Dieser spannende, sehr sehenswerte Film dokumentiert nicht nur auf humorvolle und interessante Weise den Werdegang und die Geschichte eines unglaublich beeindruckenden Menschen und Künstlers, sondern er macht einem mal wieder bewusst, welche Chancen Platformen wie Twitter und Facebook couragierten und engagierten Menschen bieten, die Welt ein wenig besser zu machen. Und solange es Regierungen wie die im Film gezeigte Chinesische gibt, sind diese dringendst nötig.

Ai Weiwei: Never Sorry

REGIE, DREHBUCH: Alison Klayman

USA 2012, 91 Min., DCP, OV/d, Farbe und Schwarzweiss

http://www.kinokunstmuseum.ch/movies/show/1375

Über Atomkraft, Basisdemokratie und Sprühsahne , von Stefan Hugi Über Atomkraft, Basisdemokratie und Sprühsahne

Der Name «Frühstück auf der Szene» lässt eher an ein hippes Café als an ein Theaterkollektiv denken. Die Gruppe - kurz FRADS - serviert wahrlich feine Happen. Letztes Jahr brachte FRADS «Zehn Wahrheiten» von Miranda July auf die Bühne, aktuell nun das Stück «Geld oder Leben» nach dem Roman von Birgit Vanderbeke.

Inmitten zahlloser Einmachgläser, die den Nachlass von Tante Ida bewahren, nehmen die drei Frauen den Zuschauer mit auf eine Reise durch das Leben der Verstorbenen. Und damit auf eine Reise durch das Deutschland der letzten 50 Jahre: Ideologien, Erfindungen, Krisen, Träume.

Die Produktion überzeugt durch Rhythmus, Tempo und Spiel. Ein wunderbar anregendes Vergnügen.

Frühstück auf der Szene (FRADS), «Geld oder Leben», am 12. Oktober 2012 um 20.30h im Frauenraum der Reitschule in Bern, danach in Zürich und auch anderswo, www.frads.ch

Einblick in den Sozialismus , von Michel Gygax Einblick in den Sozialismus

Barbara. Ein wunderbares Liebesdrama von Christian Petzold. Die Geschichte handelt im Jahre 1980 in der DDR. Ärztin Barbara, die in den Westen flüchten will, landet in einem Provinzspital und lernt dort den idealistischen Arzt André kennen. Der Film bringt mittels einer spannenden und einfühlsamen Geschichte schonungslos die Schwächen des sozialistischen Systems zu Tage. Zeitgeschichte pur und feinsinnige Unterhaltung. Achtung: Der Film läuft wahrscheinlich nicht mehr allzu lange in unseren Kinos.

http://www.youtube.com/watch?v=VFSuQASCM8I

Paperback nights: zuhören, abtauchen, herbstlesen , von Sarah King Paperback nights: zuhören, abtauchen, herbstlesen

"Lueget nech ume, hautet d’Ouge offe u häbet nech Sorg" schliesst der Berner Jungautor und Mitbegründer vom "Literaturbüro Olten" Patric Marino die Lesung über seinen Nonno. Im Rahmen der "Paperback nights" entführte er uns aus dem Wartsaal Lorraine auf direktem Weg in den Süden, mit dem Bus nach Kalabrien, durch Weinfelder, ans Meer, wo er abtaucht, bis er keine Luft mehr hat, in Nonnas Küche zu den Tomaten. "Die hässlichen sind die besten". Jetzt sollen wir uns umsehen. Ein kleiner, garageähnlicher Raum, 30 Leute, eine Bühne mit Leselampe und Mikrofon, Herbst vor dem Fenster. Der Regen treibt uns nebenan in den Wartsaal. Da lässt sich warten und weiterpoetisieren – wie immer an der Paperback night. Jeden letzten Mittwoch im Monat lesen mehr oder weniger bekannte Autoren Texte jeder Art und durchbrechen für einen kurzen Moment die Schnelllebigkeit.

www.wartsaal-kaffee.ch 

Beitrag zur Energiewende , von Markus Hochuli Beitrag zur Energiewende

Wie so viele habe auch ich mir in Folge von Fukushima und Atomausstieg so meine Gedanken über meinen Energiebezug und –verbrauch gemacht und noch mehr als früher das Verlangen, selbst etwas zur Energiewende beizutragen. Eine sinnvolle Möglichkeit sich zu engagieren und eine nachhaltige Energiestrategie mitzutragen bietet die 2011 gegründete OPTIMA-SOLAR Genossenschaft. Als Plattform bringt sie investitionswillige Personen mit Dachbesitzern zusammen, die mit Grosssanlagen effizient Solarstrom erzeugen wollen. Geplant ist eine jährliche Vergütung pro Anteilsschein à 1000 Franken von 166 kWh - was rund einem Neuntel des jährlichen Stromverbrauchs eines durchschnittlichen schweizerischen Haushaltes entspricht - und eine 2-prozentige Verzinsung des Kapitals ab dem dritten Jahr. Meiner Ansicht nach ein echt wertvoller Beitrag für eine notwendige Entwicklung.

OPTIMA-SOLAR Genossenschaft - Römerstrasse 16, 4500 Solothurn - info@optima-solar.ch http://www.optima-solar.ch/