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Vitis, ein Weinblog für's Volk , von Michel Gygax Vitis, ein Weinblog für's Volk

Sara De Giorgi hat sich im Verlaufe der letzten Jahre immer mehr ins Kulturgut Wein verliebt. Anfangs kümmerte sie sich nur in der Freizeit darum, schon bald aber auch beruflich. Nach einem Praktikum im Weingut zum Sternen in Würenlingen, folgte die Teilzeitanstellung in einer Weinhandlung und verschiedene Lehrgänge in der Academie du vin

Nächster und neuester Schritt in der Weinwelt von Sara De Giorgi ist ihr eigener Weinblog Vitis. Sie richtet sich mit ihren einfachen Texten und Inhalten an alle Weintrinker und verzichtet dabei bewusst auf Fachausdrücke. Mit dem Blog will sie versuchen, die Menschen von Industrieweinen und Massenware wegzubringen und Weinfreunde dazu anregen, beim kleinen Weinhändler um die Ecke oder beim Winzer direkt einzukaufen. Ihre Passion für Schweizer Wein ist bei vielen Artikeln klar erkennbar. Grossartig.  

www.vi-tis.ch

Alles Schicksal? , von Michel Gygax Alles Schicksal?

Stell dir vor, es gäbe ein Buch über dich, in dem deine eigene Geschichte niedergeschrieben ist. Vom Leben bis zum Tod. Deine ganz persönliche Geschichte. Würdest du sie dann lesen?

André findet sich nach einem Motorradunfall in einer ihm unbekannten Stadt wieder. Er trifft dort auf skurrile Gestalten und erlebt ein paar unheimliche Begegnungen. Es geschehen seltsame Dinge. Was passiert mit ihm? Wo ist er? Dann findet er in der Bibliothek seine Geschichte. Und liest sie...

Naomi Frei hat als 17-jährige ihre beste Freundin wegen einer Krankheit verloren. Für sie Anlass, ein Jahr später ein Theaterstück zu schreiben und darin grosse Fragen des Lebens zu behandeln. Weitere drei Jahre später hat sie nun ihr Werk als unglaublich junge Regisseurin auf die Bühne gebracht. Das Theaterstück berührt, begeistert und regt dazu an, sich über den Tod, das Leben und die vielen Entscheidungen, die dazwischen liegen, nachzudenken. Grossartig!

Junge Theaterfabrik Bern spielt «Würdest du sie dann lesen?» noch bis am 4. Dezember im Kunst- und Kulturhaus visavis in Bern. Reservationen per Email oder 078 811 62 63.

Inspiration aus gebrauchten Materialien , von Michel Gygax Inspiration aus gebrauchten Materialien

Das Upcycling-Startup Trüffelschwein GmbH aus Köniz präsentiert seine ersten Prototypen, hergestellt aus nicht mehr verwendeten Materialien: Ein handgefertigter Massageball aus alten Tennisbällen hilft, Verspannungen zu lösen und das "Tu, was du liebst-Buch" ist ein spezieller Projektplaner aus alten Papieren und Stoffen.

Menschen zu inspirieren und für das Thema Ressourcen zu sensibilisieren ist das Ziel der Berner Upcycling-Manufaktur Trüffelschwein. Beim Upcycling entstehen aus alten, nicht mehr verwendeten Materialien neue, kreative Produkte. Die ersten Prototypen können auf der Website angeschaut, bewertet und diskutiert werden. Vorbestellungen sind möglich. Alle Produkte werden von Hand und als Unikate hergestellt. Die Kunden investieren in Hochwertiges, Schönes und Nachhaltiges, das zugleich auch nützlich  ist. Sie finden echte Alltagshilfen, gefertigt aus nicht mehr Gewolltem.

www.trueffelschwein.ch

ello. Eine Alternative , von Patrik Zeller ello. Eine Alternative

Ich mag virtuelle soziale Netze. Aber im grössten sozialen Netz im www plagte mich die Belanglosigkeit. Ich wünschte mir mehr Beiträge, in denen inspirierende Werke kreativer Menschen zu finden sind. Mein Glück fand ich diesbezüglich bei ello.co, kreiert von einer kleinen, in der Welt verstreuten Gruppe Kunstschaffender. Bei ello findet sich weder Werbung, noch dürfen die persönlichen Daten zu Werbezwecken verwendet werden. Simple, beautiful & ad-free, so der Claim. Statt Prahlfotos aus dem Urlaub, Bildern von lustigen Haustieren, mit Nahrung verzierten Babies und mit Bier und Wein entrückten Erwachsenen, finden sich auf dieser Plattform ideenreiche Arbeiten aus allen möglichen Bereichen. Der einzige Nachteil für den Moment: Auf den Zugang wartet man. Gerade weil ello von einem kleinen Kollektiv betrieben wird, muss gegenwärtig angeklopft werden, bevor eingetreten wird.  (WDH)

www.ello.co

Nimm dir Zeit! , von Stefan Hugi Nimm dir Zeit!

Februar in Bern. Es ist oft grau und kalt. Man eilt durch die Strassen. Und doch entdeckt man sie im Vorbeigehen an etlichen Pfosten und Elektrokästen - die etwas anderen Kleininserate. Sie kommen daher wie unzählige andere Annoncen am schwarzen Brett: Nachmieter gesucht, Katze entlaufen, Polstergruppe zu verkaufen. Wer sich angesprochen fühlt, reisst einen Streifen mit den Kontaktangaben ab.

Diese ganz speziellen Zettel bieten keine Waren feil, doch sie erfreuen die Passanten mit kleinen Denkanstössen. Sie fragen nach «Grauer Alltag?» und offerieren bunte Papierschnitzel. Oder fordern «Nimm dir Zeit…» und warten auf mit «Zeit zum Aufräumen», «Zeit zum Nachdenken» und vieles mehr zum Abreissen und Mitnehmen. Danke den unbekannten Initianten für diese schöne Idee!


Unter Verdacht wegen dem Äusseren , von Stefan Hugi Unter Verdacht wegen dem Äusseren

Stell dir vor, du wirst immer wieder von der Polizei angehalten und kontrolliert wegen deiner Hautfarbe. Ohne konkreten Verdacht. Ohne Grund. Man nennt das Racial profiling. Ob es das in der Schweiz gibt? Ja, das gibt es.

Mohamed Wa Baile kennt diese Kontrollen zur Genüge. Denn er ist schwarz. Er ist in Kenia geboren, vor 15 Jahren in die Schweiz gekommen und in Bern daheim. Regelmässig wird er grundlos von Polizisten überprüft: auf seinem Arbeitsweg an die ETH Zürich oder vor der Kita, wo er seine Kinder abholt. Weil er sich mittlerweile weigert, den Ausweis zu zeigen, wird er aufgehalten und sein Gepäck untersucht.

Diese Erlebnisse hat Wa Baile nun im Theaterstück «Mohrenkopf im Weissenhof» festgehalten. Es wird ein einziges Mal aufgeführt im Rahmen der Aktionswoche der Stadt Bern gegen Rassismus, soll die Zuschauer zum Nachdenken anregen und gängige Vorurteile zur Diskussion bringen.

«Mohrenkopf im Weissenhof» am Freitag, 27. März um 18.00 Uhr im ONO in Bern, Eintritt frei - www.facebook.com/mohamedwabaile / www.onobern.ch

Nicht Hauptsache Fleisch , von Michael Klesse Nicht Hauptsache Fleisch

Hier sind nicht die "Damen vom Grill" am Werk, sondern die Initiantinnen von Goldburger. Im Oldtimer Verkaufswagen aus der ehemaligen DDR werden Burger mit Fleisch oder vegetarisch gebraten, auf der Strasse oder an Veranstaltungen unter die Leute gebracht.

Ihr Schwerpunkt ist die Herkunft des Fleisches. Es stammt ausschliesslich von Rindern, die ganzjährig im Freien leben, in sogenannter Mutterkuhhaltung, wo Kalb und Kuh zusammen sind. Die Tiere ernähren sich von Gras, werden im Winter mit Heu zugefüttert und bekommen auf natürliche Weise Mineralstoffe.

Hier geht es auch um die Ethik und wie wir das Töten von Tieren zur Nahrungsmittelgewinnung und -erzeugung als gegeben hin nehmen und wie wir töten. "Behandle andere so, wie du auch von ihnen behandelt sein willst." (Teutsch, 1987) Dies wird von den Goldburger-Betreiberinnen als sogenannte "goldene Regel" verstanden. Nach ihrer Meinung ist der Kugelschuss auf der Weide im vertrauten Herdenverband, ohne Anwendung von Zwangsmassnahmen durch Betäubung, "Gold" wert. Die Frage der Ethik, der Qualität und der Menge; sollte bei allen, die beim Fleischkonsum bleiben wollen, wesentlich bleiben.

www.goldburger.net, www.innovative-schlachtsysteme.de

Eros im Hörsaal , von Sarah King Eros im Hörsaal

Die Römer nennen ihn Amor, die Griechen Eros und beide verkörpern sie die Leidenschaft. Was uns antike Mythen lehren, damit befasst sich die Psychoanalyse. Sie hinterfragt auch das Wesen der persönlichen Identität und zeigt auf, dass Entwicklung kein mit der Kindheit abgeschlossener, sondern ein lebenslanger Prozess ist. Im Rahmen einer dreiteiligen Ringveranstaltung bieten Psychoanalytiker aus Basel, Bern und Zürich Einblick in ihre Arbeit und in das Wesen der Psyche. Für Studierende und an Psychoanalyse Interessierte ist dies nicht nur eine einmalige Möglichkeit, Einblick in Freuds Gedankengut zu erhalten, sondern auch in einen über hundert Jahre alten Hörsaal. Während Ornamentmalereien und ein Skelett an die Vergänglichkeit erinnern, bilden die Vorträge eine Brücke zur Gegenwart. 

02. März: Wer bin ich? Gedanken zur Identität. Alexander Wildbolz, Bern / 30. März: Der Ödipuskomplex – Kern unserer Neurosen. Markus Fäh, Zürich / 04. April: Amor und Psyche: Der Eros aus der Sicht der Antike und der Psychoanalyse. Joachim Küchenhoff, Basel. Jeweils 19.30 Uhr im alten Hörsaal der Anatomie, Bühlstrasse 26, 3012 Bern

Weitere Infos: www.freud-zentrum.ch

Das Polareis schmilzt, der Stolz bleibt , von Sarah King Das Polareis schmilzt, der Stolz bleibt

Da ist diese junge Frau, Sedna, vom Vater gezwungen, einen Vogel zu heiraten. Gefangen in einem Nest in den Klippen weint sie, bis ihr Vater heranrudert und sie entführt. Die Rettung währt kurz. Aus Angst vor dem wütenden Vogel, wirft der Vater seine Tochter über Bord. Sedna sinkt auf den Meeresgrund. So lautet die Legende der Inuit. Wer weiss: Vielleicht war der feige Vater Sednas Glück, denn seither lebt sie in den Tiefen des Meeres als Mutter der Meeressäugetiere – umgeben von Plankton, Krill und Walgesängen. Wenn sie auftaucht, dann in der Kunst der Inuit, verewigt in Speckstein, Serpentin, Lavastein oder Walknochen. Still tritt sie in Dialog mit dem Betrachter, weist ihn auf den Verlust des Polareises hin. „Wohin führt uns das?“, könnte sie fragen. An „das Ende der Strasse“, sagt der Künstler Abraham Anghik Ruben in seinem gleichnamigen Kunstwerk: Ein Inuk treibt auf einem Stück Packeis davon, er kann weder vorwärts noch zurück. Was ihm bleibt, ist sein Stolz. Aufrecht steht er auf seinem Schlitten, den Blick nach vorne gerichtet. Getragen wird er von Sedna und ihren Meeresschützlingen. Abraham Anghik Ruben verweist mit seinem Werk auf die Folgen der globalen Erderwärmung, gleichzeitig verleiht er sich und seinem Volk eine Stimme. Ähnlich wie Sedna, wurde auch er einst entwurzelt, als er von den Weissen seinem Stamm entrissen und in einem Internat „zivilisiert“ wurde. In der Kunst fand er zurück zu seiner Sprache und Identität.

Die Kunstsammler Martha und Peter Cerny stellen die Werke des Künstlers noch bis Ende April in ihrer Cerny Inuit Collection an der Stattbachstrasse 8a, 3012 Bern aus. Neben der zeitgenössischen Kunst von Abraham Anghik Ruben führen Cernys in ihrer Sammlung eine Vielzahl anderer Werke aus dem Polarkreis. Sie sollen zum Denken anregen und den Dialog zwischen den Völkern fördern.

www.cernyinuitcollection.com

Esst Missfits! , von Sophie Frei Esst Missfits!

Geben wir es doch einfach mal zu: Auch wir stehen am Marktstand oder vor dem Verkaufsregal und greifen bei Früchten und Gemüsen zur makellosen, perfekt aussehenden Variante. Unbewusst assoziieren wir mit einem perfekten Aussehen von Früchten und Gemüsen Eigenschaften wie Frische, Geschmack und lange Haltbarkeit. Da unsere Kaufentscheidung in erster Linie von Aussehen und Preis abhängt, bietet der Detailhandel erst gar keine Früchte und Gemüse an, die in Form und Ästhetik aus der Reihe tanzen und nicht unseren optischen Ansprüchen genügen.

20-30% der Ernte schafft es gar nicht erst auf den Verkaufstisch, denn nicht normgerechte Produkte werden vorher aussortiert und entsorgt oder zu Tierfutter und Bio-Gas verarbeitet. Verschiedenste Kampagnen und Projekte machen auf diese Verschwendung von qualitativ einwandfreien Lebensmitteln aufmerksam.

CulinARy MiSfiTs ist zum Beispiel ein Ladencafé & kulinarische Werkstatt in Berlin. Hier werden aus Sonderlingen wie knolligen Pastinaken oder Rüebli mit drei Beinen, saisonale vegetarische Gerichte, Kuchen, Säfte und Workshops zum Thema angeboten. Krumme Gurke ist ein ähnliches Projekt in der Schweiz, aussortierte Lebensmittel werden z.B. an Mensen, Kantinen und Kindertagesstätten vermittelt.

CulinARy MiSfiTs Ladencafé & kulinarische Werkstatt: culinarymisfits.de / Projekt Krumme Gurke: krummegurke.ch