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Spazieren muss ich unbedingt - Robert Walser im BOGA , von Sarah Galatioto Spazieren muss ich unbedingt - Robert Walser im BOGA

«Eines Vormittags, da mich die Lust, einen Spaziergang zu machen, ankam, setzte ich den Hut auf den Kopf, lief aus dem Schreibzimmer weg und die Treppe hinunter, um auf die Strasse zu eilen.» So beginnt Robert Walser (1878-1956) – der «Schweizer Kafka» – sein 1917 erschienenes Prosastück. Robert Walsers liebste Beschäftigung war spazieren. Er vollführte diese tägliche Tätigkeit aber nicht des sportlichen Zweckes wegen, sondern um sich zu inspirieren. Frische Luft schnappen ist für ihn träumend, in sich versunken durch die Welt gehen, Leute und die Natur beobachten und alles genau analysieren. Walser muss durch die lebendige Welt schlendern, nicht nur weil es gesund ist, sondern um sich beeinflussen zu lassen. Während seinen Bummeln fallen ihm viele Sachen auf, die er zu Hause in seine Werke verpackt. Ein Spaziergang macht ihm aber auch Freude und Spass, er weckt auf, tröstet und spornt ihn zu neuem Schaffen.

Robert Walser hätte sich im Botanischen Garten Bern wohl gerne die Beine vertreten. Nun können dies Literatur-Interessierte bis am 21. September 2018 an seiner Stelle tun: im Theaterspaziergang der Gruppe Mes:arts. Texte von Walser werden unter Bäumen gelesen vom Schauspieler Michael Enzler und musikalisch begleitet von der Cellistin Trude Mészár.

www.mesarts.ch/robertwalser