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Ein Ort der Ruhe und Einkehr , von Pascal Sennhauser Ein Ort der Ruhe und Einkehr

Nein, keine Klosteranlage. Kein Kirchengarten. Und auch kein Friedhofschmuck. Sondern "La Traversina", ein märchenhaft-verwunschenes Anwesen mitten in den Wäldern des piemontesischen Ostens (Provinz Alessandria). Seit knapp 300 Jahren in gleichem Familienbesitz, wird es heute von Rosanna und Domenico mit viel Liebe gehegt und gepflegt und bietet Gästen Übernachtungen in schmucken, individuell eingerichteten und mit viel persönlichen Gegenständen ausgestatteten Zimmern und Wohnungen an. Das Gut besteht aus einem Haupthaus mit zwei Räumen, einem Nebenhaus mit zwei Appartements und einem Pavillon, in welchem ein drittes appartemento untergebracht ist. Ein grosser Garten sorgt für zusätzliche idyllisch-romantische Stimmung. 

Eine Übernachtung kostet je nach Saison zwischen 90 und 100 Euro in einem der Zimmer und zwischen 95 und 135 Euro für eine Wohnung. Die Preise schliessen ein köstliches Frühstück mit hausgemachten Zutaten und Beilagen ein. Wer ein Abendessen wünscht, bezahlt einige Euro zusätzlich und wird dafür vom Gastgeberpaar mit einfachen, aber hervorragend zubereiteten regionalen Spezialitäten verköstigt und von einem jungen, zur Hausgemeinschaft gehörenden nepalesischen Ehepaar betreut. Getafelt wird am langen, rustikalen Holztisch im Gemeinschaftsraum. Interessante Gespräche mit Tischnachbarn aus aller Welt garantiert!

Wer ins Piemont reist, um leckere Weine zu entdecken und sich von den berühmten kulinarischen Hochgenüssen inspirieren zu lassen, sollte eine Übernachtungsmöglichkeit in den Regionen Langhe oder Roero ins Auge fassen - zu weit weg liegt die Provinz Alessandria von den bekannten Weinanbaugebieten entfernt. Wer aber allergrösste Entspannung und umfassende Erholung sucht, liegt mit "La Traversina" absolut richtig!  

Agriturismo "La Traversina", 15060 Stazzano, Piemont, Italien, www.latraversina.com

Ein Hauch von Paris in der unteren Altstadt , von Michel Gygax Ein Hauch von Paris in der unteren Altstadt

Man muss sich etwas abseits der Menschenströme in der unteren Altstadt bewegen, damit man das Fariboles überhaupt entdeckt. Die kleine Canapéria an der Herrengasse ist eines dieser Lokale, die sich, so kommts mir manchmal vor, absichtlich ein bisschen in der Stadt verstecken. Das Lokal, wo alle an einem Tisch tafeln, ist mit viel Liebe und dem Blick für Details eingerichtet. Claudine und Fabia servieren ihre hausgemachten Canapés, dazu gibt’s französische Limos, exzellenten Kaffee (aus dem Emmental) eine breite Auswahl an Teesorten oder ein gutes Glas Wein. Die Karte ist klein und ehrlich, die Bedienung herzlich und die Stunden, die ich dort verbrachte, glücklich.

fariboles café & canaperia, herrengasse 10, 3011 bern. salut@fariboles.ch www.fariboles.ch

„Ohne Glamour“ , von Sarah King „Ohne Glamour“

Dieses Wochenende drehte sich alles um Berner Filme - mitsamt Ankündigung der Gewinnerinnen und Gewinner des Berner Filmpreises in der Cinématte: im kleinen Rahmen, bescheiden, "ohne Glamour", meint der Moderator. Ohne Glamour auch die Preisfilme, dafür aber mit Wärme: Sie bringen Menschen näher, die womöglich den einen kaum bekannt, den anderen ein Dorn im Auge sind. Ohne politischen Gesinnungswechsel sieht man plötzlich den Menschen hinter dem umstrittenen Rechts-Politiker Erich Hess ("Er/ich", Karin Bachmann) und versteht, dass Silikonpuppen für manche mehr Lebensanker denn Sexgespielinnen sind ("Traumfrau", Oliver Schwarz). "Mary & Johnny" (Samuel Schwarz, Julian Grünthal) räumt doppelt ab – den Hauptpreis und den Preis für die beste Schauspielleistung (Marcus Signer, Rolle des Mischa). Und eben: kein Glamour, keine Tränen. Das folgt vielleicht am 14. November 2012, wenn die Preise übergeben werden. 19.30 Uhr, Dampfzentrale Bern. Und nein – gemäss Karin Bachmann, die das Herz auf dem "linken Fleck" hat, stand Erich Hess nach den Dreharbeiten nicht mit einer Rose vor ihrer Tür ...

www.bernerfilmpreisfestival.ch

¡Ay, caramba! , von Stefan Hugi ¡Ay, caramba!

Freitagabend. Ein heisser Wind weht durch das Zürcher Volkshaus. Die Band Calexico ergiesst ihre Leidenschaft - ein Gemenge aus Latin-Wohlklang, Mariachi-Lüpfigkeit und staubtrockenem, amerikanischen Rock - auf die entzückte Masse. Es lodert das Feuer auf der Bühne, es kreisen die Hüften über dem glühenden Wüstensand im Saal. Das Volk ist aus dem Häuschen, Züri brännt. Und am Ende wünscht man sich, einen Poncho überzustreifen und glücklich auf einem Maulesel nach Hause zu reiten.

Gehet hin und höret Calexico! Am 15. November 2012 im Volkshaus zu Basel oder immer wieder auf Tonträger.

Calexico, www.casadecalexico.com

Über Atomkraft, Basisdemokratie und Sprühsahne , von Stefan Hugi Über Atomkraft, Basisdemokratie und Sprühsahne

Der Name «Frühstück auf der Szene» lässt eher an ein hippes Café als an ein Theaterkollektiv denken. Die Gruppe - kurz FRADS - serviert wahrlich feine Happen. Letztes Jahr brachte FRADS «Zehn Wahrheiten» von Miranda July auf die Bühne, aktuell nun das Stück «Geld oder Leben» nach dem Roman von Birgit Vanderbeke.

Inmitten zahlloser Einmachgläser, die den Nachlass von Tante Ida bewahren, nehmen die drei Frauen den Zuschauer mit auf eine Reise durch das Leben der Verstorbenen. Und damit auf eine Reise durch das Deutschland der letzten 50 Jahre: Ideologien, Erfindungen, Krisen, Träume.

Die Produktion überzeugt durch Rhythmus, Tempo und Spiel. Ein wunderbar anregendes Vergnügen.

Frühstück auf der Szene (FRADS), «Geld oder Leben», am 12. Oktober 2012 um 20.30h im Frauenraum der Reitschule in Bern, danach in Zürich und auch anderswo, www.frads.ch

Einblick in den Sozialismus , von Michel Gygax Einblick in den Sozialismus

Barbara. Ein wunderbares Liebesdrama von Christian Petzold. Die Geschichte handelt im Jahre 1980 in der DDR. Ärztin Barbara, die in den Westen flüchten will, landet in einem Provinzspital und lernt dort den idealistischen Arzt André kennen. Der Film bringt mittels einer spannenden und einfühlsamen Geschichte schonungslos die Schwächen des sozialistischen Systems zu Tage. Zeitgeschichte pur und feinsinnige Unterhaltung. Achtung: Der Film läuft wahrscheinlich nicht mehr allzu lange in unseren Kinos.

http://www.youtube.com/watch?v=VFSuQASCM8I

Badespass in historischer Kulisse , von Markus Hochuli Badespass in historischer Kulisse

Herrliche Naturweiher, lauschige Liegeflächen, hölzerne Badehäuser über dem Wasser und kleine Umkleidekabinen mit bunten Vorhängen. So präsentiert sich die historische Badeanstalt „Drei Weihern“ in St.Gallen. Dort vereinen sich Badespass und Nostalgie. Mannen-, Bueben- und Chrüzweiher wurden im 17. Jahrhundert angelegt und dienten ursprünglich der Textilindustrie.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die Weiher erstmals zum Baden verwendet; damals noch streng nach der geforderten Geschlechtertrennung für Badeanstalten. Das 1900 erstellte städtische Freibad am Mannenweiher unterliegt heute keiner Zugangsbeschränkung mehr. Am Chrüzweiher befindet sich das Familienbad, das aus einer gemischten Zone und dem heute noch Frauen vorbehaltenen und 1896 erstellten Frauenbad besteht. Badespass in historischer Kulisse. Definitiv ein Grund um wieder mal in die Ostschweiz zu reisen.

Familienbad Dreilinden, Dreilindenstrasse 50, 9011 St.Gallen, http://www.stadt.sg.ch/home/schule_und_sport/sport/Freibad/familienbad_dreilinden.html

Duftende Backstube , von Sophie Frei Duftende Backstube

Bäckereien in denen noch mit Liebe vor Ort gebacken wird, werden seltener. In Deutschland zum Beispiel geht die Backkultur immer mehr verloren: Ketten und Billigbackstationen in welchen gefrorene Backwaren mit wenig Geschmack, viel Luft und "Analogkäse" aufgebacken werden, überwiegen. Nicht so in der Länggass in Bern. Hier sind 5 Konditorinnen mit viel Herzblut in den frühen Morgenstunden am Werk und backen die besten Rosinenbrötchen der Stadt sowie weitere duftende Köstlichkeiten wie Streuselkuchen, Linzerschnitten, Kernenzwirbelbrot… ein früher Besuch lohnt sich!

Coffeebreak Konditorei & Café GmbH, Länggassstrasse 38, 3012 Bern

Paperback nights: zuhören, abtauchen, herbstlesen , von Sarah King Paperback nights: zuhören, abtauchen, herbstlesen

"Lueget nech ume, hautet d’Ouge offe u häbet nech Sorg" schliesst der Berner Jungautor und Mitbegründer vom "Literaturbüro Olten" Patric Marino die Lesung über seinen Nonno. Im Rahmen der "Paperback nights" entführte er uns aus dem Wartsaal Lorraine auf direktem Weg in den Süden, mit dem Bus nach Kalabrien, durch Weinfelder, ans Meer, wo er abtaucht, bis er keine Luft mehr hat, in Nonnas Küche zu den Tomaten. "Die hässlichen sind die besten". Jetzt sollen wir uns umsehen. Ein kleiner, garageähnlicher Raum, 30 Leute, eine Bühne mit Leselampe und Mikrofon, Herbst vor dem Fenster. Der Regen treibt uns nebenan in den Wartsaal. Da lässt sich warten und weiterpoetisieren – wie immer an der Paperback night. Jeden letzten Mittwoch im Monat lesen mehr oder weniger bekannte Autoren Texte jeder Art und durchbrechen für einen kurzen Moment die Schnelllebigkeit.

www.wartsaal-kaffee.ch 

Verweilen zwischen Rebbergen , von Stefan Hugi Verweilen zwischen Rebbergen

Es ist eine Wohltat: Zum Frühstück reicht die Hausherrin selbstgemachten, ungesüssten Kompott aus zehn verschiedenen Apfelsorten, eigene Konfitüre und einen Traum von Früchtekuchen. Die Brötchen sind bereits aufgeschnitten, damit sie sogleich mit verschiedenen hausgemachten Leckereien bestrichen werden können. Der Tee ist frisch aufgekocht, denn Teebeutel sind verpönt. Alles ist schön angerichtet und präsentiert. Wie im ganzen Haus.

Das Maison d'hôtes «La Gerine» liegt hoch über dem Rhonetal mitten in den Weinbergen der Côte Rôtie. Der Blick schweift über den Fluss, die Reben und Dörfer. Nur etwas getrübt durch die Autobahn auf der gegenüberliegenden Talseite und das unablässige Rauschen des Verkehrs.

Die vier Zimmer sind mit viel Liebe eingerichtet und stilvoll dekoriert. Sie kosten für zwei Personen zwischen 90 und 95 Euro die Nacht - mit fantastischem Frühstück inbegriffen.

La Gerine - Maison d'hôtes, 2 Côte de la Gerine, 69420 Ampuis, Frankreich, www.lagerine.com