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In die Ferne schweifen lohnt sich nicht immer , von Michael Klesse In die Ferne schweifen lohnt sich nicht immer

Ein Erlebnis der besonderen Art findet man in unmittelbarer Nähe auf dem Berner Markt am Samstagvormittag von 7.00-12.00h. Es lohnt sich, früher aufzustehen. Hier verschmelzen regionale Köstlichkeiten und Delikatessen ferner Länder vor dem Bundeshaus und in der Münstergasse zum begehrlichen Augenschmaus und Sinnesrausch. Multikultur trifft sich in Bern, öffnet und verbindet. Es darf dekustiert, diskutiert und sogar gefeilscht werden. Und das in Bern!

Das Erleben der opulenten Farbenpalette des Pflanzenmarkts, die Käse-, Fleisch-, Gemüse-, Gewürz- und Brotvariationen des Delikatessenmarkts sind ein pures Vergnügen, wo man sogar Momente des Glücks erleben kann, wenn man beim lebensfrohen Tunesier wie in dessen Land einkaufen kann. Garantiert keine Migrosware. Projekte für die Vielfältigkeit und gegen den Produkteeinheitsbrei.

Jeder Stand hat sein eigenes Konzept, wo, meist mit sehr viel Herzblut, Eigenkreationen vom Händler über die Theke gehen.

www.bernerwochenmarkt.ch

Paradies retour! , von Michel Gygax Paradies retour!

Juri Oppliger und Kelly Kaspar haben sich ans schönste vorstellbare Ende der Welt begeben und setzen ihren Traum von der kleinen, freien und persönlichen Welt mit gastrokulturellen Taten um. Das Restaurant des gorges am Ende der romantischen Bieler Taubenlochschlucht bietet eine ehrliche, hausgemachte Küche zu sehr fairen Preisen. Dazu gibt's kantige Weine, freundliche Menschen, günstige Hotelzimmer und eine lauschige Gartenbeiz am Fluss.

Unbedingt die kleine 30minütige Wanderung von Biel-Bötzingen her durch die Taubenlochschlucht geniessen!

www.des-gorges.ch

Wissen, was man isst , von Sarah King Wissen, was man isst

Cremfarben, ungetuschte Wimpern, gross gewachsen, wenig Fett, eine ausgeprägte Muskulatur und ein Flotzmaul, nicht direkt zum Küssen, aber zum Streicheln. Eine Diva. Stark im Charakter setzt sie ihren Kopf durch, wenn nötig mit Horn: Sie will viel Platz, Liebe von ihren Besitzern, am liebsten eine eins zu eins Betreuung und sie pflegt ein inniges Verhältnis zu ihrem Kalb, so lange, bis es sich von ihr losgelöst hat und ein stattliches Rind ist. Das alles macht sie glücklich, die Charolais-Kuh, so auch das Rind, dessen Fleisch wiederum den Menschen erfreut.

Eine persönliche Begegnung mit der Diva und ihren sieben nicht minder schönen Kolleginnen ermöglicht das kleine Familienunternehmen "Bio4" in Utzenstorf – wenn gewünscht mit Kochkurs und ein paar originellen Charolais-Rezepten. Wer sich mit einer virtuellen Begegnung begnügt, findet alle Informationen über die Zucht sowie die Idee hinter dem Familienunternehmen unter www.bio4.ch und kann das Bio-Beef bequem und sicher online bestellen. Ä Guetä.


Haare lassen können , von Michael Klesse Haare lassen können

Im Flamingo Hairshop in der unteren Postgasse der unteren Altstadt von Bern hat sich Mike Zeller seinen Herzenswunsch erfüllt. Dort, wo man nicht wirklich einen Coiffeursalon erwartet, schneidet, fönt, coloriert, blondiert, streckt, wellt, verlängert und verkürzt er die Haare seiner Kunden als selbständiger Inhaber seit 1996. Den Laden gibt es schon seit 1990!

Dass sich seine Kunden wohl fühlen, ist ihm ein grosses Anliegen. Mit der Wahl seiner Produkte will er Respekt gegenüber der Natur zollen und sich gegen Tierversuche einsetzen. Axo, der Coiffeurhund ist ganztaqs anwesend und hat die Keksdose voll im Griff.

Ich selber schätze die lockere Atmosphäre im verwinkelten Laden und gehöre seit wohl 16 Jahren zur Stammkundschaft.

Flamingo Hairshop, Postgasse 26, CH-3011 Bern, www.flamingohairshop.ch

Konzert im Pflanzplätz , von Stefan Hugi Konzert im Pflanzplätz

Für gewöhnlich begibt man sich für einen Konzertbesuch wahlweise in kultige Musiktempel, umfunktionierte Werkhallen, schummrige Kellerlokale oder auf zweckentfremdete Grünflächen. Schon mal darüber nachgedacht, eine Kapelle zu sich nach Hause zu holen? Wer nun denkt, so etwas sei unmöglich und sowieso viel zu teuer, liegt falsch.

Das Projekt «Le son d'été» begeistert mit einer äusserst charmanten Idee: Man bucht über die Website eine Band, lädt sie zu sich zum gemütlichen Grillfest und lässt sie im Garten oder auf dem Balkon aufspielen. Und fertig ist der schöne Sommerabend mit Freunden und musikalischer Begleitung. Très sympa!

Le son d'été, www.lesondete.ch

Die Hoffnung stirbt zuletzt , von Stefan Hugi Die Hoffnung stirbt zuletzt

Packende Geschichten schreiben? Diese selber inszenieren? Gemeinsam mit Menschen, mit denen man die Begeisterung für das Theater teilt? Ja, das gibt es. Und das ist gut so. Ein Beispiel sind «The Caretakers» aus Bern. Diese Gruppe pflegt das englischsprachige Amateurtheater und bringt jedes Jahr mindestens ein Stück auf die Bühne.

Zurzeit gibt es gleich zwei Werke im Doppelpack zu sehen: «Coming back to me» und «Let me go» erzählen von Menschen und ihren Beziehungen. Es geht um das Zusammen- und Alleinsein. Um Hoffnung und Tod. Die Stücke sind mitreissend und faszinierend, aber lasten schwer. Werden wir uns wiedersehen? Was wird morgen sein? Wir wissen es nicht.

The Caretakers, www.thecaretakers.ch, «Coming back to me» & «Let me go» noch am 14. und 15. Juni jeweils um 20.00h im Theater Remise in Bern.

Gelateria di Berna , von Michael Klesse Gelateria di Berna

Im Herzen der Begegnungszone Mittelstrasse im Berner Länggassquartier hat sich die Gelateria di Berna (seit 2010), mit ihrem Laboratorio neben der Cafe Bar Sattler angesiedelt. Die Auswirkungen auf das Leben im Quartier sind gigantisch und verwandeln es in ein Little Italy. Die Menschen stellen sich nicht nur an Sonnentagen in einer langen friedlichen Schlange auf, welche bis auf die Strasse reicht und nehmen etliche Wartezeitenminuten in Kauf. Denn, es lohnt sich sehr!

Die Vision: Die Kinheitserinnerung. Das Stehen vor der Vitrine für die erste italienische Gelato, unendlich viele Sorten, jede eine Verheissung, die Namen auf den Steckschildern klingen schön aber fremd, alle wollen sie entdeckt sein, am Liebsten gleichzeitig, diese Farben, dieser Genuss, dieses Glück. An dieser Kindheitserinnerung orientieren sie sich. Ein hoher Anspruch. Die Sorten wechseln mehrmals pro Saison. 

Die süsse Überraschung: Mit dem Ape-Dreirad, welches gemietet werden kann, kommt die Gelateria di Berna auf den Dorfplatz, aufs Firmengelände, an den Waldrand oder nach Hause. Öffnungszeiten Gelateria: Von April bis hoffentlich ganz lange.

Gelateria di Berna, Mittelstrasse 15, CH-3012 Bern, www.gelateriadiberna.ch

Kreative Schwestern , von Sarah King Kreative Schwestern

Chrieslisäckli, Taschen, Stiftenrolle, Deko – die beiden Schwestern Eva und Annina setzen ihrer Kreativität keine Schranken. Sie erfinden, skizzieren, sticken, stricken, alleine, zusammen, für alle oder individuell auf Anfrage. Ihr buntes Handgemachtes stellen sie aus in Münchenbuchsee im "Bijou 11" sowie in Hausen am Albis in "Eliane’s" Vitrine.

www.evina.ch

In Erinnerungen stöbern , von Sabine Keller In Erinnerungen stöbern

In der kleinen liebevollen Boutique Pentalfa findet man gestrickte Mützen für den Hipster, Söckchen fürs Kleinkind oder warme Handschuhe gegen klirrende Winterkälte. Handgewerkte Holzspielsachen und selbstgemachte Puppen lassen die eigene Kindheit aufleben.

Plastik Spielsachen werden hier vergebens gesucht. Dafür trifft man die Leidenschaft von unzähligen Handwerkerinnen an, welche mit unvorstellbarer Geduld zauberhafte Sachen herstellen.

Boutique Pentalfa, Gemeindestrasse 62, 8032 Zürich - keine Homepage!

Männerrunde am Mittag , von Stefan Hugi Männerrunde am Mittag

Es wird geplaudert und geraucht. Es werden Spielzüge kommentiert, kritisiert und mitunter gar korrigiert. Und es wird gespielt. Meist stundenlang.

Die Männer, die sich täglich zum Strassenschach auf dem Berner Bärenplatz treffen, sind mit vollem Einsatz und grosser Leidenschaft dabei. Unter den Augen des mehr oder weniger fachkundigen Publikums spielen sie Partie um Partie. Diskutieren, lamentieren, gestikulieren. Manchmal beobachten sie stumm, manchmal geraten sie in mittelschweren Aufruhr. Man wähnt sich auf einer Piazza im Süden.

Als Zuschauer amüsiert man sich königlich über die Männer beim königlichen Spiel. Ein kurzes Verweilen während der Mittagspause mit einer köstlichen Crêpe vom benachbarten Stand ist jedenfalls wohltuend und vergnüglich.