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Wissen, was man isst , von Sarah King Wissen, was man isst

Cremfarben, ungetuschte Wimpern, gross gewachsen, wenig Fett, eine ausgeprägte Muskulatur und ein Flotzmaul, nicht direkt zum Küssen, aber zum Streicheln. Eine Diva. Stark im Charakter setzt sie ihren Kopf durch, wenn nötig mit Horn: Sie will viel Platz, Liebe von ihren Besitzern, am liebsten eine eins zu eins Betreuung und sie pflegt ein inniges Verhältnis zu ihrem Kalb, so lange, bis es sich von ihr losgelöst hat und ein stattliches Rind ist. Das alles macht sie glücklich, die Charolais-Kuh, so auch das Rind, dessen Fleisch wiederum den Menschen erfreut.

Eine persönliche Begegnung mit der Diva und ihren sieben nicht minder schönen Kolleginnen ermöglicht das kleine Familienunternehmen "Bio4" in Utzenstorf – wenn gewünscht mit Kochkurs und ein paar originellen Charolais-Rezepten. Wer sich mit einer virtuellen Begegnung begnügt, findet alle Informationen über die Zucht sowie die Idee hinter dem Familienunternehmen unter www.bio4.ch und kann das Bio-Beef bequem und sicher online bestellen. Ä Guetä.


Haare lassen können , von Michael Klesse Haare lassen können

Im Flamingo Hairshop in der unteren Postgasse der unteren Altstadt von Bern hat sich Mike Zeller seinen Herzenswunsch erfüllt. Dort, wo man nicht wirklich einen Coiffeursalon erwartet, schneidet, fönt, coloriert, blondiert, streckt, wellt, verlängert und verkürzt er die Haare seiner Kunden als selbständiger Inhaber seit 1996. Den Laden gibt es schon seit 1990!

Dass sich seine Kunden wohl fühlen, ist ihm ein grosses Anliegen. Mit der Wahl seiner Produkte will er Respekt gegenüber der Natur zollen und sich gegen Tierversuche einsetzen. Axo, der Coiffeurhund ist ganztaqs anwesend und hat die Keksdose voll im Griff.

Ich selber schätze die lockere Atmosphäre im verwinkelten Laden und gehöre seit wohl 16 Jahren zur Stammkundschaft.

Flamingo Hairshop, Postgasse 26, CH-3011 Bern, www.flamingohairshop.ch

Konzert im Pflanzplätz , von Stefan Hugi Konzert im Pflanzplätz

Für gewöhnlich begibt man sich für einen Konzertbesuch wahlweise in kultige Musiktempel, umfunktionierte Werkhallen, schummrige Kellerlokale oder auf zweckentfremdete Grünflächen. Schon mal darüber nachgedacht, eine Kapelle zu sich nach Hause zu holen? Wer nun denkt, so etwas sei unmöglich und sowieso viel zu teuer, liegt falsch.

Das Projekt «Le son d'été» begeistert mit einer äusserst charmanten Idee: Man bucht über die Website eine Band, lädt sie zu sich zum gemütlichen Grillfest und lässt sie im Garten oder auf dem Balkon aufspielen. Und fertig ist der schöne Sommerabend mit Freunden und musikalischer Begleitung. Très sympa!

Le son d'été, www.lesondete.ch

Die Hoffnung stirbt zuletzt , von Stefan Hugi Die Hoffnung stirbt zuletzt

Packende Geschichten schreiben? Diese selber inszenieren? Gemeinsam mit Menschen, mit denen man die Begeisterung für das Theater teilt? Ja, das gibt es. Und das ist gut so. Ein Beispiel sind «The Caretakers» aus Bern. Diese Gruppe pflegt das englischsprachige Amateurtheater und bringt jedes Jahr mindestens ein Stück auf die Bühne.

Zurzeit gibt es gleich zwei Werke im Doppelpack zu sehen: «Coming back to me» und «Let me go» erzählen von Menschen und ihren Beziehungen. Es geht um das Zusammen- und Alleinsein. Um Hoffnung und Tod. Die Stücke sind mitreissend und faszinierend, aber lasten schwer. Werden wir uns wiedersehen? Was wird morgen sein? Wir wissen es nicht.

The Caretakers, www.thecaretakers.ch, «Coming back to me» & «Let me go» noch am 14. und 15. Juni jeweils um 20.00h im Theater Remise in Bern.

Gelateria di Berna , von Michael Klesse Gelateria di Berna

Im Herzen der Begegnungszone Mittelstrasse im Berner Länggassquartier hat sich die Gelateria di Berna (seit 2010), mit ihrem Laboratorio neben der Cafe Bar Sattler angesiedelt. Die Auswirkungen auf das Leben im Quartier sind gigantisch und verwandeln es in ein Little Italy. Die Menschen stellen sich nicht nur an Sonnentagen in einer langen friedlichen Schlange auf, welche bis auf die Strasse reicht und nehmen etliche Wartezeitenminuten in Kauf. Denn, es lohnt sich sehr!

Die Vision: Die Kinheitserinnerung. Das Stehen vor der Vitrine für die erste italienische Gelato, unendlich viele Sorten, jede eine Verheissung, die Namen auf den Steckschildern klingen schön aber fremd, alle wollen sie entdeckt sein, am Liebsten gleichzeitig, diese Farben, dieser Genuss, dieses Glück. An dieser Kindheitserinnerung orientieren sie sich. Ein hoher Anspruch. Die Sorten wechseln mehrmals pro Saison. 

Die süsse Überraschung: Mit dem Ape-Dreirad, welches gemietet werden kann, kommt die Gelateria di Berna auf den Dorfplatz, aufs Firmengelände, an den Waldrand oder nach Hause. Öffnungszeiten Gelateria: Von April bis hoffentlich ganz lange.

Gelateria di Berna, Mittelstrasse 15, CH-3012 Bern, www.gelateriadiberna.ch

Kreative Schwestern , von Sarah King Kreative Schwestern

Chrieslisäckli, Taschen, Stiftenrolle, Deko – die beiden Schwestern Eva und Annina setzen ihrer Kreativität keine Schranken. Sie erfinden, skizzieren, sticken, stricken, alleine, zusammen, für alle oder individuell auf Anfrage. Ihr buntes Handgemachtes stellen sie aus in Münchenbuchsee im "Bijou 11" sowie in Hausen am Albis in "Eliane’s" Vitrine.

www.evina.ch

In Erinnerungen stöbern , von Sabine Keller In Erinnerungen stöbern

In der kleinen liebevollen Boutique Pentalfa findet man gestrickte Mützen für den Hipster, Söckchen fürs Kleinkind oder warme Handschuhe gegen klirrende Winterkälte. Handgewerkte Holzspielsachen und selbstgemachte Puppen lassen die eigene Kindheit aufleben.

Plastik Spielsachen werden hier vergebens gesucht. Dafür trifft man die Leidenschaft von unzähligen Handwerkerinnen an, welche mit unvorstellbarer Geduld zauberhafte Sachen herstellen.

Boutique Pentalfa, Gemeindestrasse 62, 8032 Zürich - keine Homepage!

Männerrunde am Mittag , von Stefan Hugi Männerrunde am Mittag

Es wird geplaudert und geraucht. Es werden Spielzüge kommentiert, kritisiert und mitunter gar korrigiert. Und es wird gespielt. Meist stundenlang.

Die Männer, die sich täglich zum Strassenschach auf dem Berner Bärenplatz treffen, sind mit vollem Einsatz und grosser Leidenschaft dabei. Unter den Augen des mehr oder weniger fachkundigen Publikums spielen sie Partie um Partie. Diskutieren, lamentieren, gestikulieren. Manchmal beobachten sie stumm, manchmal geraten sie in mittelschweren Aufruhr. Man wähnt sich auf einer Piazza im Süden.

Als Zuschauer amüsiert man sich königlich über die Männer beim königlichen Spiel. Ein kurzes Verweilen während der Mittagspause mit einer köstlichen Crêpe vom benachbarten Stand ist jedenfalls wohltuend und vergnüglich.


10 Jahre Schtifti Foundation , von Sophie Frei 10 Jahre Schtifti Foundation

Für einen guten Zweck feiern! Und zwar am Benefizevent "Stand up! for Schtifti" am 30. Mai 2013 in Zürich. Nach dem Jubiläumsapéro im Mascotte geht’s ins Bernhardtheater, wo der Clown, Komiker und Tänzer LINAZ durch den Abend führt und das Publikum zum Schmunzeln bringt. Neben den GORILLAs in Aktion sind ausserdem Margrit Bornet und Les trois Suisses zu sehen. Es hat noch wenige freie Plätze!

Im Jahr 2003 haben Roger Grolimund und Ernesto Silvani die Schtifti Foundation als Stiftung von Jungen für Junge gegründet. Das Ziel ist die Förderung eines gesunden Körpergewichts von Kindern und Jugendlichen. Mit der "Freestyle Tour" begeisterte das junge, engagierte Team 7 Jahre lang Schülerinnen und Schüler der ganzen Schweiz mit Freestylesportarten wie Skateboard, Frisbee, Footbag, Breakdance und Ernährungsworkshops. 2010 lancierten sie das Folgeprojekt "GORILLA" und erreichen mit viel Herzblut und jugendgerechten Angeboten zu Ernährung und Bewegung jährlich über 150'000 Kinder und Jugendliche!

Schtifti Foundation, www.schtifti.ch

Wie in einer anderen Welt , von Michael Klesse Wie in einer anderen Welt

Abwarten und Teetrinken in der Tadshikischen Teestube wird in Berlin Mitte seit Jahrzehnten (1976) zelebriert. Die Institution DDR hielt sich diesen Geheimtipp als Ort der Stille. Wie kommt eine tadshikische Teestube nach Berlin (Ost)? Damals im Hause der deutsch-sowjetischen Freundschaft wurde 1976 die Teestube eingebaut. Sie war 1974 auf der Leipziger Messe der Pavion für die zentralasiatischen Republiken. Das Interieur ist beeindruckend original: voller Schnitzereien und verziert mit floralen Mustern. 

Alle Generationen und auch alle Geldbeutel sollen sich hier versammeln können - und das klappt auch. Dank der herzhaft-engagierten Gastronomen. Hier werden kleine Snacks wie Blinis, Piroggen, Soljanka und Pelmeni serviert. Auf der Karte stehen unter anderem Russischer Rauchtee und Karawanentee, Ceylon oder China-Rosentee, japanische, englische Tees, Kräuter-, Grün- und Fruchttees.

Man ist in Berlin Mitte und doch nicht da, wie in einer anderen Welt, irgendwie abgeschieden. Gäste können sich entspannen, nachdenken, lesen. Immer noch ein Geheimtipp für mind. 20 bis 30 Personen. Man muss sich Zeit nehmen hier drinnen um im Schummerlicht auf Kissen rumzulümmeln, auf eine halbe Stunde reinschauen funktioniert nicht. Alles dauert ein bisschen länger, die Tees müssen erst ziehen. Die Verweildauer ist relativ hoch in der kleinen Oase im Grossstadttrubel. Montagabend ist Märchenstunde.

Die traditionelle Tadshikische Teestube, Oranienburger Str. 27 (im KunstHof), DE-10117 Berlin-Mitte, www.tadshikische-teestube.de