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Wo das Piemont in Bern liegt , von Nina Hübner Wo das Piemont in Bern liegt

Die Berner Rathausgasse beherbergt viele kulinarische Perlen. Eine ist ohne Zweifel das Tredici – Küche und Wein. Das sympathische Kellerlokal lädt zu Gaumenreisen ins Piemont ein – Abstecher in andere italienische Regionen inklusive.

Julia Gurtner schwingt den Kochlöffel, klopft Fleisch und manchmal auch flotte Sprüche. Das Menü wechselt alle paar Wochen und kann mit einem Käsegang und Dessert veredelt werden. Ihre Produkte bezieht Julia, wenn immer möglich, aus der Region. Und natürlich dürfen zu den erlesenen Speisen die passenden Tropfen nicht fehlen: Es stehen grösstenteils Weine aus Italien, Deutschland und der Schweiz zur Auswahl. Und wer sich nicht entscheiden kann, ist gut beraten, den Empfehlungen des Hauses zu folgen.

Das Ambiente ist ungezwungen, Gespräche und Musik erfüllen das Lokal und im Frühsommer lockt die Terrasse zum Apéro und Dinieren. Überhaupt fühlt man sich im Tredici wie bei Freunden daheim. Zum Glück wechselt das Menü regelmässig, so dass einem weiteren Ausflug nach Italien nichts im Weg steht!

PS: Das Tredici macht jeweils Sommerpause (5. Juli - 31. August 2019). Reservation empfohlen.

Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde , von Urs Hoschi Hostettler Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde

Jeden Montag bis Ende September schafft im Bigotte Verde - an den restlichen Tagen der Woche spezialisiert auf mexikanische Tacos, tequila y mezcal - der Venezolaner Anibal Gamez grossartige Kochkunstwerke. Ab 18.00 Uhr kann man sich an verschiedenen asiatisch inspirierten vegetarischen Kreationen, einem Fisch- oder Fleischgang und einer leckeren Nachspeise auf wunderschön angerichteten Tellern oder Plättchen delektieren. Die Speisen auf seiner monatlich wechselnden Karte sind für das Auge und den Gaumen ein grosser Genuss. Und weil ein wahrer Kochkünstler am Schaffen ist, wird man sicherlich in der Abfolge oder mit einem anderen Gericht als auf der Karte überrascht, denn Anibals Kreativität lässt sich nicht einfach so in den klaren Rahmen einer gedruckten Speisekarte zwingen.

Für unseren Besuch war ein Tisch im gut beschatteten Garten reserviert, bei weniger gutem Wetter findet man im mit mexikanisch inspirierten Wandmalereien üppig dekorierten Lokalinnern einen gut beschallten Platz, denn der Künstler kocht gerne bei hörbarer Musik.

Popup ‘Anibal’s situation’ im Bigote Verde an der Laupenstrasse 57, 3008 Bern

Aus Streifen geflochten , von Rosmarie Bernasconi Aus Streifen geflochten

Monika Künti war mit ihrem Flechtwerk rund 15 Jahre an der Schifflaube im Mattequartier. Sie verabschiedete sich 2017 von ihrer Ladenwerkstatt vor dem Umbau der Liegenschaft.

Das neue Buch der Flechtexpertin ist aus Streifen geflochten - aus Naturmaterialien, Papier, Geschenkbändern oder veganem Leder. Es enthält Techniken und Anleitungen für Projekte: vom Armreif bis zum Henkelkorb.

Ein Buch für alle handwerklich begabten Menschen. Auch diejenigen, die von sich sagen, sie seien nicht begabt, finden hier das Eine oder Andere, das selber hergestellt werden kann. Ein wunderschönes Buch mit vielen Tipps und Tricks und vielen kreativen Ideen.

Möbel Unikate aus dem Sense-Oberland , von Sarah Galatioto Möbel Unikate aus dem Sense-Oberland

Sein Grossvater hatte eine kleine Autogarage am Lac Léman, sein Vater hat eine Holzwerkstatt oberhalb von Vevey, wo in der Freizeit wunderschöne Schnitzereien entstehen. Beide widmeten resp. widmen sich mit Leib und Seele ihrer handwerklichen Passion. Aus diesen Jahrzehnten seiner Vorfahren findet man heute viele Werkzeuge als Zeitzeugen in der Metall & Holz-Werkstatt von Raphaël Gingins in Plaffeien.

Das Handwerk liegt ihm im Blut dies merkt man sofort wenn man in seinem Reich – seiner liebevoll eingerichteten Werkstatt – steht. Hier fühlt er sich wohl und kann seine Kreativität frei ausleben. Unter seinen geschickten Händen entstehen aus altem verwittertem Holz, knorrigen Bäumen, altem Metall, verrostetem Eisen und vielem mehr, neue Möbel. Möbel die man sonst nirgends kaufen kann – denn alle sind zeitlose Unikate und werden auf Wunsch angefertigt.

Menox Gingins Lattion, Sommerbüel 12, 1716 Plaffeien

Foto, Film und Kaffee , von Michel Gygax Foto, Film und Kaffee

Seit 2011 setzt der Berner Fabian Schmid Projekte in den Bereichen Fotografie und Video um. Am liebsten fotografiert und beschäftigt er sich mit Genusskultur und Reisen. Die Mehrheit seiner Arbeiten setzt Fabian Schmid heute mit analogen Kameras auf Negativ-Film um, die dann aber zeitgemäss digitalisiert werden. Seine Werke kann man somit online als sorgfältig gedruckte Version erstehen oder digital verwenden. In der digitalen Welt verfolgt er einen eigenständigen Editorial-Stil. Seine Tätigkeit bringt ihn denn auch oft auf Reisen. Letztes Jahr verbrachte er über sechs Monate im Ausland und besuchte dabei über zwanzig Länder.

Dieses Jahr nahm er sich vor, weniger unterwegs zu sein. So hat sich vor kurzer Zeit eine weitere Passion zum Beruf gemacht und mit seinem Bruder in Bern eine Rösterei für Spezialitäten-Kaffee gegründet. Als Drip Roasters beliefern die beiden seit Anfang Jahr Kaffeeliebhaber und Gastronomen. Dabei setzen sie den Fokus auf Qualität, Nachhaltigkeit und fairen Handel. Leidenschaft pur!

Rein in den Wald! Raus das Herz! , von Stefan Hugi Rein in den Wald! Raus das Herz!

Es ist sind kauzige, skurrile Figuren, die sich im tiefen Wald begegnen - die hart arbeitenden Dorfbewohner, die aufgedrehten Glasmännchen oder der mysteriöse Holzfällermichel. Nahe dran an der Szenerie sind rund 50 Zaungäste, die sich von der geheimnisvollen Stimmung in den Bann ziehen lassen.

Düstere Gestalten? Zaungäste? Willkommen im Theater! Doch nicht im Saal. Beim Stück «Das kalte Herz» der Theaterfabulaktur ist der Wald die Bühne und die Zuschauerinnen und Zuschauer befinden sich mittendrin im Geschehen.

Die sieben Spielerinnen und Spieler der Theaterfabulaktur kennen sich aus gemeinsamen Zeiten beim Theaterzirkus Wunderplunder. Letztes Jahr brachten sie mit «Das kalte Herz» nach dem Märchen von Wilhelm Hauff ihr erstes Stück auf die Bühne - oder eben in den Wald. Dieses Jahr nimmt die Compagnie ihre Freilicht-Inszenierung wieder auf und spielt in Bern, Winterthur und Wynigen.

Theaterfabulaktur - «Das kalte Herz»⎜29. Juni bis 7. Juli im Dählhölzliwald in Bern, 12. bis 14. Juli beim Walcheweiher in Winterthur, 31. August bis 7. September im Hirserewald in Wynigen⎜www.theaterfabulaktur.ch

Dass ein neues Café in Zürichs übersättigtem Kreis 4 Erfolg feiern kann, bedarf entweder intensives Marketing oder überdurchschnittliche Qualität. Zum Glück hat Mirò Letzteres! Erst seit einem Jahr ist das Café an der Brauerstrasse und wäre glatt unter meinem Radar durch, hätte ich den feinen Kaffee nicht am Heiligen Bimbam getrunken. So smooth, dass ich mir natürlich gleich eine Visitenkarte schnappte und ich die Adresse von Mirò fett anstrich.

Egal, dass das Interieur so was von unterkühlt ist, dass man den Schal lieber anbehält. Der Kaffee mundet, die Tische sind riesig und die Schlichtheit des Orts bietet genug optische Ruhe, damit man selber seine Kreativität fliessen lassen kann – ob beim Coffeeworkshop oder, typisch Zürich, hinter dem MacBook. 

British by marriage , von Sarah Galatioto British by marriage

Von den 1930er- bis in die 1960er-Jahre machten jedes Jahr Hunderte junger Schweizerinnen ein Englandjahr. Manche von ihnen kamen nie wieder zurück, wurden „british by marriage“ – wie die amtliche Formulierung lautete. Allerdings verloren sie damit das Schweizer Bürgerrecht und konnten dieses erst wieder ab 1952 einfordern. Zudem schreibt die Berner Autorin Simone Müller in ihrem Buch auch über die Repatriierung von über 900 Frauen im Jahr 1939 – ein kaum bekanntes Kapitel der Schweizer Geschichte. Müller hat elf Frauen, geboren zwischen 1917 und 1939, in fesselnden Porträts auf Papier gebracht und so ein Stück fast vergessene Zeit- und Mentalitätsgeschichte festgehalten. Zwar gestaltete sich der Reisebeginn bei allen Frauen gleich, aber danach liefen die Schicksalswege auseinander. Während die einen glücklich auf ihre Vergangenheit zurückblicken, hat sich bei anderen viel Unglück zusammengeballt.

Ein brisantes Kapitel hebt die Autorin für den Schluss auf: die durch die Kriegsereignisse erzwungene Rückführung von über 900 Frauen Ende Oktober 1939 – die grösste Repatriierung in der Schweizer Geschichte. Der «Bund» schrieb damals, dass zum Handgepäck nicht nur Handorgeln gehört hätten, «sondern auch Gasmasken made in England». Der deutsche Luftangriff stand bevor.

Förmlich verschlungen habe ich dieses spanende Buch, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte.

Schlau eingewickelt – die Bienenwachstücher von Loggia16! , von Nina Hübner Schlau eingewickelt – die Bienenwachstücher von Loggia16!

Petra Gurtner und Stefan von Arx sind die beiden kreativen Köpfe von Loggia16 und in Bern beheimatet. «Der Wunsch nach einem eigenen Produkt» schlummerte schon immer in Stefan, der das Tüfteln, Werkeln und Designen zu seinem Beruf gemacht hat. Das Jahr 2016 manifestierte sich als Meilenstein: Der übermässige Einsatz von Plastik und Kunststoff auch im Alltag, die aufflammende Diskussion in der Öffentlichkeit zum Thema «Plastik in den Weltmeeren» und der Wunsch, auch den eigenen Kindern eine lebenswerte Welt zu ermöglichen, liessen sie ihren Lebensstil ändern. Die ersten Unverpackt-Läden tauchten auf und aus Neuseeland verpackt als Reisemitbringsel die zündende Idee – ein Bienenwachstuch!  

Unzählige Stunden an Recherchearbeiten folgten, weitere unzählige Stunden an Ausprobieren und Verwerfen bis die beiden bei ihrem Produkt den CERA-Tüchern ankamen. Petra ist Typografische Gestalterin und designte die CERA-Tücher. Dabei liess sie sich von einer (regenreichen) Norwegen-Reise inspirieren. Am 1. Mai 2017 stellten sie die ersten Tücher in ihren Online-Shop. Genau rechtzeitig und ein Glück, wie sie sagen, denn die Unverpackt-Läden sowie die Suche nach plastikfreien und ökologisch vertretbaren Alltagsgegenständen manifestierten sich immer stärker in der Gesellschaft. Zwei Jahre später produzieren sie nicht mehr daheim in der Küche, dafür aber mit Einbezug von sozialen Institutionen. Einpacken und Versand geschehen immer noch daheim und in Bern liefern sie die CERA-Tücher per Velo in die Geschäfte aus.

Die Tücher gibt es in unterschiedlichen Grössen im Online-Shop oder in ausgewählten Läden zu erwerben. Sie bestehen aus Bio-Baumwolle, aus Bio-Bienenwachs aus der Region, Bio-Jojoba-Öl (für eine optimale Elastizität) und aus Baumharz (für eine bessere Haftung). Die CERAs eignen sich hervorragend, um alles, was frisch bleiben soll, einzuwickeln, abzudecken oder einzupacken. Das Bienenwachs wirkt antiseptisch, so dass nach dem Abspülen mit kaltem Wasser, die Tücher wieder vollumfänglich einsatzbereit sind. Und wird das Tuch einmal nicht mehr gebraucht, kann es in Streifen geschnitten als Anzündhilfe verwendet werden – top!

Fleissige Blogleser erinnern sich bestimmt an meine Entdeckung in Schaffhausen, für die anderen sei sie hier wiederholt: Die Webergasse! Ein wunderschönes, geschichtsträchtiges, verstecktes Gässchen, das man selten per Zufall findet, mein persönlicher Geheimtipp! 

Nimm dir nach dem Käfele im Café Bohnenblühn bei Christa unbedingt Zeit für einen Abstecher in den Blumenladen „Lindenblüte“ vis-à-vis, es lohnt sich! Die wild-natürlichen Kreationen sind eine Augenweide, ebenso wie die stilvolle Einrichtung und die herrlichen Trouvaillen aus Grossmutters Zeiten. Viele dieser schönen Sächeli binden die vier jungen Floristinnen in ihre Blumenkunst ein. Für Nicht-SchaffhauserInnen gibt es einen Lichtblick: "Lindenblüte" liefert ihre Kreationen in die ganze Schweiz!

Die Webergasse bietet noch mehr kleine Perlen, viel Spass beim Entdecken!