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Langeweile kennt die Lange Weile nicht! , von Pascal Sennhauser Langeweile kennt die Lange Weile nicht!

Vielfältiges ist in den letzten Jahren auf dem ehemaligen, riesigen Industrieareal der Sulzer AG in Winterthur entstanden. So auch das (sic!) Lange Weile, ein Projekt, das dem Bedürfnis nach freiem Raum Rechnung tragen will und mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, die „Ressource ‚Raum‘ Menschen und Anliegen zugänglich zu machen, die in gewinnorientierten Raumkonzepten keinen Platz finden.“  

Der Kulturraum ist offen, sprich allen zugänglich, und versteht sich als erweiterte Wohnstube für jene, die ihn nutzen. Sein Programm ist das Ergebnis vieler engagierter Menschen, deren Ideen und Anregungen kaum Grenzen gesetzt sind. Ob Lesungen, Theatervorführungen, Kleinkonzerte, Kleinstausstellungen, Filmabende, Spielsonntage, Diskussionsrunden, Sprachkurse, Kleiderbörsen, Geburtstagsfeiern oder Familienfeste – es gibt fast nichts, was in den alten Räumlichkeiten nicht durchgeführt werden könnte.  

Folgerichtig ist der Ort auch offen, wenn keine speziellen Anlässe stattfinden. Er eignet sich dann hervorragend als Lese- und/oder Schreibzimmer, als Lern- oder/und Kaffeestube oder einfach, um sich der Langewei…äh…dem Müssiggang hinzugeben.  

Das Lange Weile ist Teil des Machwerks Winterthur, das neben dem eben beschriebenen Kulturraum eine Siebdruck-, eine Holzbearbeitungs- und eine Keramikwerkstatt, ein FabLab (digitales Labor) und ein Büro mit Gemeinschaftsarbeitsplätzen (co-work) unterhält. (wdh) 

www.lange-weile.ch / www.machwerk-winterthur.ch

Vietnamese Street Food , von Karin Müller Vietnamese Street Food

In Bern gibt es viele Möglichkeiten kulinarisch auf Weltreise zu gehen. Ein vietnamesisches Restaurant fehlte aber bisher. Diese Lücke wird am 4. Februar endlich geschlossen, wenn Markus Arnold und Tom Weingart am Bollwerk das Pop-up Restaurant Brother Frank eröffnen.

Brother Frank klingt nach Burgerschuppen, ist aber in Tat und Wahrheit der Name des vietnamesischen Guides, der Arnold und Weingart auf ihrer kulinarischen Entdeckungsreise in Hanoi zur Seite stand.

Vom 4. Februar an können Berner und Bernerinnen kosten und geniessen, was dabei herauskommt, wenn ein Sternekoch und sein Geschäftspartner sich ein paar Wochen durch Vietnams Küche essen, um sich Inspirationen für ihre eigenen Kreationen zu holen.

Interessierte müssen sich beeilen. Pop-up sagt es schon: Brother Frank is not here to stay! Am 26. März schliessen die Pforten und etliche Abende sind schon ausgebucht.

www.brotherfrank.ch

Bern singt! , von Léa Urben Bern singt!

300 singbegeisterte Menschen, professionelle Musikerinnen und Laiensänger aus unterschiedlichen Chören, Quartieren und Gemeinden führen am Samstag, 20. Februar 2016 das STABAT MATER von Antonin Dvoràk auf. Sie alle haben das Werk eigenständig einstudiert und sind vor dem Konzert lediglich für eine einzige gemeinsame Klavierprobe zusammengekommen.

Das Werk entstand 1875, als Dvoràks Töchterchen kurz nach der Geburt verstarb. Noch während der Kompositionsphase verstarben im Jahr 1877 zwei weitere Kinder im Säuglings- bzw. Kleinkindalter - man kann also die im Musikstück erklingende Verzweiflung als eine Form der persönlichen Trauerarbeit des Komponisten bezeichnen.

Den endgültigen internationalen Durchbruch erlebte das Stabat Mater im Jahre 1884, als Dvoràk dieses im Rahmen einer Englandreise in der  Londoner Royal Albert Hall vor 8000 Zuhörenden mit einem aus über 800 (!) Sängerinnen und Sängern bestehenden Chor und einem dazu passenden Riesenorchester aufführen konnte.
Die Aufführung von "Bern singt" wird zwar weniger pompös sein, trotzdem werden die 300 Sängerinnen und Sänger alles geben, um auch das 3. Berner Mitsingkonzert zu einem für Publikum und Mitwirkende aussergewöhnlichen Erlebnis zu machen.

Weitere Informationen und Tickets unter www.bern-singt.ch

ABAUFWÄRTS - Erinnerungen, Geschichten, Alltägliches , von Rosmarie Bernasconi ABAUFWÄRTS - Erinnerungen, Geschichten, Alltägliches

Werner Brechbühl war bis zu seiner Pensionierung Lehrer und man kennt ihn auch als Liedermacher und Trauerredner. "ABAUFWÄRTS" beinhaltet 20 bunte, ernsthafte und humorvolle Kurzgeschichten, die teilweise in der Matte handeln. Er beschreibt aber auch, was er erlebt bei einem Versuch, auf der Post seine Adressänderung anzubringen. Seine Geschichten berühren.

Der Autor versteht es, in seiner lebendigen Sprache die Leserschaft in seinen Bann zu ziehen. Lassen Sie sich überraschen. Das Buch ist im Dezember 2015 erscheinen.

CHF 28.- und 176 Seiten, in vielen Buchhandlungen erhältlich.

Photobastei , von Reto Hügli Photobastei

«Zurich's Biggest Photography Art Walk» lautet die Eigenwerbung der Photobastei. Was steckt dahinter? «Ein Bollwerk der Fotografie, immer aufs Neue erobert von Fotografen, Künstlern, Agenturen, Galeristen, Redaktoren, Kuratoren, Käufern, Verkäufern, Fotoliebhabern und dem Publikum».

Zwei Stockwerke, mehr als 1'000 Quadratmeter Fläche: Am Sihlquai 125 hat es Platz für bis zu 30 gleichzeitig stattfindenden Ausstellungen. Wöchentlich wechseln in der Photobastei Ausstellungen von Fotografen, die sich in Eigenregie präsentieren, mit kuratierten Grossausstellungen bekannter Fotografen, Gruppenausstellungen von Hochschulen oder Agenturen und Kunstprojekten. Auch Artist Talks, Workshops, Portfolio- und Exhibition Reviews, Vernissagen und andere Kunstveranstaltungen von Tanz, über Theater zu Performances und Musik gehören zum Programm.

Ein Trägerverein kümmert sich um den Betrieb des Hauses. Die Photobastei ist aber auf Spenden und GönnerInnen angewiesen, damit das Projekt sicher über die Runden kommt. Nach Ablauf der Zwischennutzung im Jahr 2018 werden die Räumlichkeiten wieder an den Kanton Zürich gehen. Bis dahin bleibt die Photobastei ein Pilgerort für alle Fotografiebegeisterten!

Photobastei, Sihlquai 125, 8005 Zürich,  www.photobastei.ch

Akustik-Fetischist , von Stefan Hugi Akustik-Fetischist

Als Mario Batkovic im Alter von elf Jahren aus Bosnien in die Schweiz gekommen ist, konnte er kaum ein Wort Deutsch. So wurde die Musik zu seinem bevorzugten Kommunikationsmittel. Noch heute ist er ein musikalischer Grenzgänger - er musiziert genreübergreifend, manchmal alleine, manchmal mehrköpfig.

Er war Teil der Berner Kummerbuben, hat das Rock'n'Roll-Monster Destilacija ins Leben gerufen, schreibt Filmmusik und hat ein Solo-Album aufgenommen mit Akkordeon. Nur er und sein Akkordeon. Und hat damit die Schweizer Hitparade erobert.

Selber bezeichnet er sich als Akustik-Fetischist und spielt gerne an ungewöhnlichen Orten: im Keller des Pavillons auf der Münsterplattform, in einem Luzerner Schwimmbecken oder zu dritt in der Thuner Fussballarena vor einer Handvoll Zuschauer, um sich damit den Wunsch eines Stadionkonzerts zu erfüllen. Und er würde gerne einmal in der Kanalisation spielen. Wegen der speziellen Akustik. Er wird es tun, ohne Zweifel.

www.batkovic.com

Bier aus dem Stufenbau , von Reto Hügli Bier aus dem Stufenbau

Als ich zum letzten Mal nach Ittigen in den Stufenbau gepilgert bin, fand in diesem architektonisch interessanten Komplex ein Konzert statt. Oder war es ein Boxkampf? Item, lange her.

Heute hauchen viele Kleinunternehmen dem Bau neues Leben ein: Cateringunternehmen und Werbeagentur im Einklang mit Galerie und Eventfirma. Und seit kurzer Zeit auch eine Mikrobrauerei! Am Vidmarché konnte das Produkt degustiert werden. Interessantes Detail: Die verschiedenen Bierstärken werden übrigens mit Versionsnummern statt Namen bezeichnet: Aktuell 1.1, 1.2 oder 1.3. Auf meine Frage, ob die Braumeister Ronald Rink und Gaston Hänni mit Informatik zu tun hätten, gab es nur ein vielsagendes Schmunzeln zur Antwort.

Tipp: Wer den Gerstensaft degustieren möchte, nehme am nächsten «Kleinen Fest» im Stufenbau teil.

Stufenbau Brauerei GmbH, Pulverstrasse 8, 3063 Ittigen, www.stufenbau.beer

Inspiration aus gebrauchten Materialien , von Michel Gygax Inspiration aus gebrauchten Materialien

Das Upcycling-Startup Trüffelschwein GmbH aus Köniz präsentiert seine ersten Prototypen, hergestellt aus nicht mehr verwendeten Materialien: Ein handgefertigter Massageball aus alten Tennisbällen hilft, Verspannungen zu lösen und das "Tu, was du liebst-Buch" ist ein spezieller Projektplaner aus alten Papieren und Stoffen.

Menschen zu inspirieren und für das Thema Ressourcen zu sensibilisieren ist das Ziel der Berner Upcycling-Manufaktur Trüffelschwein. Beim Upcycling entstehen aus alten, nicht mehr verwendeten Materialien neue, kreative Produkte. Die ersten Prototypen können auf der Website angeschaut, bewertet und diskutiert werden. Vorbestellungen sind möglich. Alle Produkte werden von Hand und als Unikate hergestellt. Die Kunden investieren in Hochwertiges, Schönes und Nachhaltiges, das zugleich auch nützlich  ist. Sie finden echte Alltagshilfen, gefertigt aus nicht mehr Gewolltem.

www.trueffelschwein.ch

Gegen Multis – Kapitel 35 , von Michel Gygax Gegen Multis – Kapitel 35

Der gelernte Grafiker Christian Forrer aus Eglisau war 13 Jahre alt, als Vivi Kola 1986 vom Markt verschwand. Vivi Kola - die Schweizer Kola - wurde vor über 75 Jahren in Eglisau zum Sprudeln gebracht und während knapp fünf Jahrzehnten in der ortseigenen Mineralquelle abgefüllt.

Als Hauptsponsor der Tour de Suisse war das Getränk bald schweizweit bekannt. Die Geschichte, die schönen schwarz-weiss Bilder und all die tollen Plakate blieben Christian in Erinnerung. Mutig und ohne Kenntnisse über die Getränkebranche fasst er den Entschluss, diese schöne Schweizer Traditionsmarke wieder aufleben zu lassen.

Sein Plan ging auf, Vivi Kola erfreut sich seit der Wiederbelebung im Jahre 2010 stetigem und sanftem Wachstum. Viele Bars, Restaurants und Geschäfte haben sich inzwischen von den multinationalen Getränkeproduzenten abgewandt und setzen auf die Schweizer Kola. Doch wer jetzt glaubt, dass sich Vivi Kola zu einer riesigen Firma entwickelt hat, der irrt. An Vivi Kola arbeiten nur vier Jungs. Alle mit dem selben Traum, die einstige Schweizer Kola wieder zu Ruhm und Ehre zu führen.

www.vivikola.ch

Weltweit ab Hof , von Sophie Frei Weltweit ab Hof

Cashew-Nüsse aus Burkina Faso, Schokolade aus Togo, frische Orangen aus Griechenland oder Kaffee aus Mexiko/Peru – alles fair und bio! Das ermöglicht «gebana», die Pionierin des fairen Handels in der Schweiz, indem sie mit Kleinbauern zusammenarbeitet und deren Produkte direkt an Konsumentinnen und Konsumenten verkauft. Mitten im Berner Stadtzentrum können diese fairen Köstlichkeiten nun im neuen gebana Pop-up Store eingekauft werden.

Wussten Sie, dass Ge-ba-na für «Gerechte Bananen» steht? Bereits in den 1970er Jahren setzten sich die «Bananenfrauen» für bessere Arbeitsbedinungen auf den Bananenplantagen ein: Sie kauften Bananen beim Grossverteiler ein und verkauften sie mit einem Aufpreis an die verblüfften Konsumenten weiter. Den Aufpreis gaben sie an die Bauern zurück. Damit war das Modell der Fair Trade Prämie erfunden.

www.gebana.ch ; Pop-up Store in Bern